Lange Warteschlangen und eine Überlastung der Infrastruktur: Gerade in Grenzregionen sieht sich Slowenien mit einem zunehmenden Zustrom ausländischer Fahrzeuge und mit Grenztankstellen vor dem Kollaps konfrontiert. Mehrere Tausend Berufskraftfahrer aus Italien, Kroatien und Österreich sollen, so berichten italienische und slowenische Medien übereinstimmend, täglich gezielt und im Rahmen ihrer Routenplanung die in Slowenien gelegenen Tankstellen ansteuern, um Diesel zu günstigeren Preisen zu tanken.
Preisgefälle beim Diesel
Das Preisgefälle zwischen Slowenien und Italien etwa ist groß. Während ein Liter Diesel nach einer Senkung der Steuern auf Treibstoff und durch eine staatliche Preisregulation in Slowenien 1,528 Euro kostet, liegt der Preis für einen Liter Diesel in Italien im Durchschnitt bei 2,10 Euro an Selbstbedienungstankstellen – und somit im Mittel um 57 Cent höher als an slowenischen Tankstellen. Insbesondere im Bereich der slowenischen Stadt Nova Gorica und entlang der Verbindungsstrecken zur italienischen Region Friaul-Julisch Venetien hat dies zuletzt immer wieder zu logistischen Engpässen geführt. Die generelle Versorgung mit Treibstoffen sei in Slowenien zwar nicht gefährdet, der Vorrat an Dieselkraftstoffen an Tankstellen in grenznahen Gebieten aber vorübergehend teils erschöpft.
Slowenien prüft Maßnahmen gegen den Tankverkehr
Diese Situation ist nun Grund genug für die slowenische Regierung, Maßnahmen gegen den grenzüberschreitenden Tankverkehr zu prüfen, um vor allem die fortlaufende Versorgung der eigenen Bevölkerung mit Treibstoff sicherzustellen und das Verteilungsnetz wieder zu stabilisieren. Denkbar sind dabei gleich mehrere Szenarien, deren Einklang mit dem EU-Recht jedoch geprüft werden muss: die schrittweise Freigabe staatlicher Reserven, Maßnahmen zur Begrenzung von Abgabemengen an ausländische Fahrzeuge, alternativ eine generelle Mengenbegrenzung oder aber eine priorisierte Abgabe von Treibstoff an die slowenische Bevölkerung vor allem in besonders stark nachgefragten Zeitfenstern.