Slowenien prüft Maßnahmen gegen Tankverkehr

19.03.2026 15:58 Uhr | Lesezeit: 3 min
Person nimmt Zapfhahn aus der Tanksäule
Das Preisgefälle zwischen Slowenien und Italien bei Kraftstoffen ist groß
© Foto: mikemobil2014-stock.adobe.com

In Slowenien liegt der Dieselpreis teils deutlich niedriger als in den Nachbarländern, was zu einem regen grenzüberschreitenden Tankverkehr führt.

Lange Warteschlangen und eine Überlastung der Infrastruktur: Gerade in Grenzregionen sieht sich Slowenien mit einem zunehmenden Zustrom ausländischer Fahrzeuge und mit Grenztankstellen vor dem Kollaps konfrontiert. Mehrere Tausend Berufskraftfahrer aus Italien, Kroatien und Österreich sollen, so berichten italienische und slowenische Medien übereinstimmend, täglich gezielt und im Rahmen ihrer Routenplanung die in Slowenien gelegenen Tankstellen ansteuern, um Diesel zu günstigeren Preisen zu tanken.

Preisgefälle beim Diesel

Das Preisgefälle zwischen Slowenien und Italien etwa ist groß. Während ein Liter Diesel nach einer Senkung der Steuern auf Treibstoff und durch eine staatliche Preisregulation in Slowenien 1,528 Euro kostet, liegt der Preis für einen Liter Diesel in Italien im Durchschnitt bei 2,10 Euro an Selbstbedienungstankstellen – und somit im Mittel um 57 Cent höher als an slowenischen Tankstellen. Insbesondere im Bereich der slowenischen Stadt Nova Gorica und entlang der Verbindungsstrecken zur italienischen Region Friaul-Julisch Venetien hat dies zuletzt immer wieder zu logistischen Engpässen geführt. Die generelle Versorgung mit Treibstoffen sei in Slowenien zwar nicht gefährdet, der Vorrat an Dieselkraftstoffen an Tankstellen in grenznahen Gebieten aber vorübergehend teils erschöpft.

Slowenien prüft Maßnahmen gegen den Tankverkehr

Diese Situation ist nun Grund genug für die slowenische Regierung, Maßnahmen gegen den grenzüberschreitenden Tankverkehr zu prüfen, um vor allem die fortlaufende Versorgung der eigenen Bevölkerung mit Treibstoff sicherzustellen und das Verteilungsnetz wieder zu stabilisieren. Denkbar sind dabei gleich mehrere Szenarien, deren Einklang mit dem EU-Recht jedoch geprüft werden muss: die schrittweise Freigabe staatlicher Reserven, Maßnahmen zur Begrenzung von Abgabemengen an ausländische Fahrzeuge, alternativ eine generelle Mengenbegrenzung oder aber eine priorisierte Abgabe von Treibstoff an die slowenische Bevölkerung vor allem in besonders stark nachgefragten Zeitfenstern.



Vernetzen Sie sich mit uns auf LinkedIn

Bleiben Sie immer auf dem Laufenden über aktuelle Entwicklungen in Transport, Logistik und Spedition und blicken Sie exklusiv hinter die Redaktions-Kulissen – folgen Sie der VerkehrsRundschau auf LinkedIn oder besser noch: Vernetzen Sie sich gerne mit uns! Wir freuen uns auf Sie!

Gerne können Sie uns bei Fragen, Herausforderungen oder spannenden Geschichten rund um die Branche über LinkedIn kontaktieren.


HASHTAG


#Kraftstoffpreise

MEISTGELESEN


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.