Kraftstoffpreise: Unterschiede zu Deutschlands Nachbarn schrumpfen

19.03.2026 09:32 Uhr | Lesezeit: 3 min
Grüner Zapfhahn steckt in der Zapfsäule
Die aktuelle Entwicklung stützt auch die Kritik an den Plänen der Bundesregierung zur Spritpreisregulierung
© Foto: Iryna Melnyk / iStock / Getty Images Plus

Zu Beginn des Iran-Krieges stiegen die Preise an deutschen Tankstellen sehr viel schneller als im benachbarten Ausland, nun schrumpfen die Unterschiede.

Nachdem sich Superbenzin und Diesel in den ersten eineinhalb Wochen des Iran-Krieges in Deutschland deutlich schneller verteuert hatte als in den EU-Nachbarländern, schrumpfen die Unterschiede nun wieder, wie aus Daten der EU-Kommission hervorgeht. In Österreich, dessen bisherige Spritpreisregulierung sich Deutschland zum Vorbild genommen hat, ist der Unterschied im Anstieg damit fast verschwunden. Zur Schweiz als Nicht-EU-Land liegen keine sauber vergleichbaren Daten vor.

Deutlicher Preisanstieg in anderen Ländern

Die von der EU-Kommission veröffentlichten Spritpreise werden wöchentlich jeweils mit Stand vom Montag erhoben. Sie zeigen für Deutschland inzwischen nur noch bei Superbenzin den höchsten Preisanstieg im Vergleich zum 23. Februar, dem letzten Montag vor Kriegsbeginn. Am 9. März hatten die Daten für die meisten EU-Nachbarn noch um 11,8 bis 14,1 Cent langsamere Preisanstiege gezeigt, für Österreich um 5,2 Cent. Nun sind es nur noch 2 bis 7,3 Cent, nachdem der Preis in Deutschland zuletzt leicht, in den anderen Ländern aber deutlich gestiegen ist.

Diesel in Dänemark hat sich stärker verteuert

Bei Diesel hat Deutschland inzwischen nicht mehr den höchsten Preisanstieg: Für Dänemark zeigen die Daten vom 23. Februar bis zum 16. März ein um 1,5 Cent höheres Plus als hierzulande. In Österreich ist der Anstieg nur noch um 0,5 Cent niedriger als in Deutschland, in den anderen EU-Nachbarländern um 2,2 bis 9,8 Cent. Vor einer Woche war die Spanne noch sehr viel größer und reichte von 4,8 bis 21 Cent. Grundsätzlich unterscheiden sich die Spritpreise von Land zu Land. In Polen, Tschechien, Luxemburg, Belgien oder Österreich sind die Kraftstoffe auch nach der jüngsten Entwicklung sehr viel günstiger als in Deutschland, was vor allem an unterschiedliche Steuern und Abgaben liegt.

Kritik an Plänen zur Spritpreisregulierung

Die aktuelle Entwicklung stützt Kritik an den Plänen der Bundesregierung zur Spritpreisregulierung. Sie will unter anderem die frühere österreichische Regelung übernehmen, dass nur noch einmal am Tag die Spritpreise erhöht werden dürfen. Dass der Anstieg in Österreich inzwischen fast genauso hoch ausfällt, wie in Deutschland, passt zur Einschätzung, dass diese Regelung keine nachhaltig dämpfende Wirkung auf den allgemeinen Anstieg hat. Österreich hat inzwischen die Spritpreisbremse verschärft.

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