Seehäfen warnen vor Eskalation im Tarifstreit

17.09.2026 16:24 Uhr | Lesezeit: 3 min
Detailaufnahme: Ein Beschäftigter mit einer Warnweste, auf der ein Verdi-Logo abgebildet ist, steht im Vordergrund (Symbolfoto)
Verdi hat eine Urabstimmung über unbefristete Streiks gestartet
©Foto: picture alliance / R. Goldmann | Ralph Goldmann

Der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe warnt vor einem eskalierenden Tarifstreit mit Verdi, die Folgen würden weit über die Häfen hinaus spürbar sein.

Der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) hat angesichts der von der Gewerkschaft Verdi gestarteten Urabstimmung über unbefristete Streiks Vernunft und Verhältnismäßigkeit angemahnt. „Deutschland befindet sich in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage. Industrie und Exporte stehen unter Druck, Unternehmen überprüfen Standorte und Kosten“, sagte ZDS-Verhandlungsführer Torben Seebold. Ein unbefristeter Streik wäre da ein unverhältnismäßiger Schritt.

Verdi fordert 8,2 Prozent höhere Löhne

Die Tarifverhandlungen hatten im Juli begonnen. Die Gespräche betreffen rund 11.000 Beschäftigte in den Seehäfen Hamburg, Bremerhaven, Bremen, Wilhelmshaven, Brake und Emden. Verdi fordert 8,2 Prozent höhere Löhne. Der Vertrag soll ein Jahr laufen. Der ZDS bietet einen Vertrag, der wie gefordert ein Jahr lang Bestand haben soll. Die Löhne sollen rückwirkend um 3,4 Prozent steigen. Zudem soll es 200 Euro zusätzliches Urlaubsgeld sowie eine weitere Zulage von 416 Euro für Beschäftigte in Containerumschlagbetrieben geben.

ZDS erinnert an die Wettbewerbssituation

Die deutschen Seehäfen stehen laut ZDS im unmittelbaren Wettbewerb mit Rotterdam, Antwerpen-Brügge und weiteren europäischen Hafenstandorten. „Ladung, die ins Ausland abwandert, fehlt den deutschen Hafenbetrieben – und damit geraten auch Wertschöpfung und Arbeitsplätze unter Druck“, warnte Seebold. Der ZDS appellierte deshalb, bei der Urabstimmung die Folgen einer Eskalation zu berücksichtigen. Verdi hatte bislang zu zwei Warnstreiks aufgerufen, einmal 24 und einmal 48 Stunden. Nachdem nach Gewerkschaftsangaben die Beschäftigten das jüngste ZDS-Angebot mit großer Mehrheit abgelehnt haben, läuft nun bis zum 1. Oktober eine Urabstimmung für mögliche unbefristete Streiks. 

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