Es war eine der unter Branchenkennern am meisten diskutierten Neuheiten der IAA Transportation 2026 im Segment Anhänger und Aufbauten: die neue Chassis-Plattform von Schmitz Cargobull. Das neu entwickelte Ingenios-Konzept kombiniert laut Hersteller eine hohe Bodentragfähigkeit von standardmäßig 8.000 Kilogramm mit einem geringen Eigengewicht, hoher Belastbarkeit und langlebiger Konstruktion.
900 Kilogramm mehr Bodentragfähigkeit
Im Vergleich zum bisherigen Standardchassis Modulos steigt die Bodentragfähigkeit von 7,1 auf 8 Tonnen. Gleichzeitig will der Fahrzeugbauer das Eigengewicht gegenüber dem bisherigen Mega-Chassis um rund 100 Kilogramm reduziert haben. Je nach Einsatzprofil könne dadurch mehr Ladung pro Fahrt transportiert und die Wirtschaftlichkeit verbessert werden.
Die hohe Bodentragfähigkeit des neuen Chassis soll Vorteile beim Transport schwerer Stückgüter ermöglichen. Gleichzeitig sei die widerstandsfähige Konstruktion ideal für Heckbeladungen und Staplereinsätze bis zwölf Tonnen. Das Ingenios-Chassis eigne sich für Transportaufgaben bis zu Gesamtzuggewichten von 44 Tonnen.
Effiziente Fertigungstechnologie mit Nieten und Clinchen
Die Experten interessierten sich aber vor allem für die Weiterentwicklung der Fertigungstechnik. Das neu entwickelte Querträgerkonzept verbessert die Lastaufnahme des Bodens und reduziert die Anzahl der Bodenstöße. Eine neue Langträgerkontur mit durchgehendem Obergurt erhöht die Biegestabilität und reduziert die Durchbiegung des Chassis.
Moderne Fertigungsverfahren wie Nieten und Clinchen sowie modulare Verbindungstechniken sorgen für eine stabile und besonders reparaturfreundliche Konstruktion, aber auch effiziente Fertigungsprozesse. Das Chassis ist vollständig verzinkt und vom Hersteller mit einer Gewährleistung von zehn Jahren gegen Durchrostung ausgestattet.
Neues Chassis bietet Vorteile für Ladevolumen und Einsetzbarkeit
Ein besonderes Augenmerk lag laut Hersteller auf der optimalen Nutzung der Fahrzeughöhe und einer hohen Fahrzeugkompatibilität. Bei der Mega-Ausführung beträgt demnach die Halshöhe in Serie 80 Millimeter, beim Universal-Chassis 115 Millimeter. Dadurch könne bei einer Gesamthöhe von vier Metern zusätzliches Ladevolumen genutzt werden.
Zudem hat Schmitz Cargobull nach eigenen Angaben den Durchdrehfreiraum erweitert, also der Freiraum, den die Front des Aufliegers benötigt, um sich beim Einlenken über der Sattelzugmaschine drehen zu können, ohne mit dem Fahrerhaus oder dort montierten Anbauteilen zu kollidieren. Beim Mega-Chassis erfüllt er die Anforderungen der ISO-Norm 1726-2 (sie legt die Maße für die Austauschbarkeit zwischen niedrig bauenden Zugfahrzeugen und volumenvergrößerten Sattelanhängern fest) und kann optional um weitere 100 Millimeter vergrößert werden.
Für das Mega-DB-Chassis steht der vergrößerte Durchdrehfreiraum indes serienmäßig zur Verfügung. Das erhöhe die Fahrzeugkompatibilität und erleichtere den Einsatz mit unterschiedlichen Sattelzugmaschinen und auch verschiedenen Antriebslösungen.