RFID: Sieben Forderungen an die EU

16.10.2006 13:31 Uhr

Der RFID-Lobby fordert von der europäischen Politik die Umsetzung von sieben technischen und rechtlichen Rahmenpunkten, um RFID in Europa zu fördern.

Brüssel. Das Informationsforum RFID und die niederländische RFID-Platform Nederland bekräftigten heute in Brüssel auf der Abschlusskonferenz zum EU-Konsultationsprozess zur Funktechnologie RFID die starke Bedeutung von RFID für den europäischen Wirtschaftsraum. Andrea Huber, Geschäftsführerin des Informationsforum RFID: „Die RFID-Technologie kann einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen leisten und ist ein Markt mit enormen Wachstumspotenzial. Europa ist führend in Forschung, Entwicklung und beim Einsatz von RFID. Die Herausforderung ist es, diese Stellung gegenüber konkurrierenden Märkten wie Asien und den USA auch in Zukunft zu halten. RFID darf nicht außerhalb Europas stattfinden. Im Rahmen des seit Anfang des Jahres durchgeführten Konsultationsprozesses zu RFID formulierte das Informationsforum RFID sieben politischen Forderungen: 1. Schnelle Umsetzung der CEPT-Empfehlung 70-03: Das Informationsforum RFID empfiehlt die schnelle Umsetzung der auf CEPT-Empfehlungen basierenden Frequenzparameter für alle europäischen Mitgliedsstaaten. 2. Lockerung der Listen-Before-Talk-Regelung: Darüber hinaus setzt sich das Informationsforum für eine teilweise Befreiung von Kanälen von der „Listen-Before-Talk“-Regelung“ ein. Die Vorschrift besagt, dass ein Lesegerät vor dem Senden prüfen muss, ob ein anderer Dienst im Kanal arbeitet und birgt große Probleme in der praktischen Umsetzung. 3. Frequenzverlagerung von Altanwendungen: Um die Aktivität von RFID-Lesegeräten nicht zu beeinträchtigen, fordert das Informationsforum eine Frequenzverlagerung von Altanwendungen. 4. Eigenes Frequenzband für RFID: Im Zuge der steigenden RFID-Anwendungen sollte für RFID ein eigenes Frequenzband reserviert werden und die Technologie beispielsweise bei der Neuordnung von Frequenzen durch die Abschaltung des analogen Fernsehens berücksichtigt werden. 5. Entwicklung und Etablierung einheitlicher globaler Standards: Um den Einfluss Europas bei der Etablierung von RFID-Standards zu erhöhen, sollte die EU-Kommission die Beteiligung von Wirtschaft, Verbänden und Institutionen an laufenden globalen Standardisierungen gezielt fördern. 6. Förderung von Forschung und Unterstützung von Pilotprojekten: Auf EU-Ebene sollte eine gezielte Förderung und Unterstützung von Pilotprojekten erfolgen. In Europa fehlt – im Gegensatz zu Asien und USA – bislang eine koordinierte Förderung von RFID. 7. Keine über die EU-Richtlinie 95/46/EG hinausgehenden Datenschutzvorschriften Europa verfügt über ein hohes Niveau beim Datenschutz, das weltweit Standards setzt. Eine über die EU-Richtlinie 95/46/EG hinausgehende Datenschutzbestimmung ist daher nicht notwendig. Der vollständige Forderungskatalog ist abrufbar unter www.info-rfid.de. Das Informationsforum RFID e. V. ist eine gemeinsame Initiative von Unternehmen aus den Bereichen Handel, Konsumgüterindustrie, Automobilbranche, IT und Dienstleistung und versteht sich selbst als Dialog- und Informationsplattform für alle Fragen rund um RFID. Die RFID Platform Nederland ist eine Stiftung, die aus über 30 Organisationen aus Wirtschaft und Forschung besteht. Das Ziel der Plattform ist es, die Bekanntheit und Akzeptanz von RFID in den Niederlanden voranzutreiben und einen verantwortungsvollen Umgang mit der Technologie sicherzustellen.

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