Auf die Frage, wie die Autoindustrie aus der Krise kommen könne, sagte Ministerin Katherina Reiche (CDU) gegenüber der „Deutschen Presse-Agentur“, es sei zunächst einmal wichtig, „dass Brüssel jetzt wahr macht, die Flottenregulierung so zu flexibilisieren, dass keine Strafzahlungen drohen“. Es gehe zum Beispiel um flexiblere CO2-Grenzwerte und Anpassungsfaktoren, so dass die Automobilindustrie in der Lage sei, die Transformation mitzugestalten.
Strafzahlungen entziehen den Unternehmen Geld
„Sie wollen, sie können; die Palette unserer Automobilhersteller ist beeindruckend. Aber die Transformation kostet Zeit und Geld“, sagte Reiche. „Strafzahlungen entziehen Unternehmen jenes Geld, das sie brauchen, um in die Transformation zu gehen.“ Reiche machte deutlich, dass die Autohersteller eine ganze Palette von Antriebskonzepten bräuchten, um in jedem Automarkt der Welt anbieten zu können.
Mehr Zeit für Einhaltung von Klimavorgaben
Die Autoindustrie steckt mitten in einem tiefgreifenden Wandel hin zu klimafreundlicheren Antrieben. Strafzahlungen drohen, wenn Hersteller CO2-Flottengrenzwerte verfehlen. Im Mai 2025 hatten die EU-Länder entschieden, dass Europas Autobauer mehr Zeit bekommen, um EU-Klimavorgaben einzuhalten. CO2-Flottengrenzwerte müssen nun bis einschließlich 2027 nicht jährlich eingehalten werden. Stattdessen zählen die Durchschnittswerte aus drei Jahren.
Anrechenbarkeit von grünem Stahl
Reiche sagte, sie glaube, dass die Anrechenbarkeit von nachhaltig hergestelltem Stahl ein gutes Element sein könne, um zwei Dinge miteinander zu verbinden: „Nämlich für grünen, teureren Stahl einen Absatzmarkt zu finden und das Automobil insgesamt zu betrachten, wegzukommen sozusagen vom reinen Antrieb, sondern wie ein Automobil in Europa hergestellt wird, ob dies nachhaltiger ist als zum Beispiel in China“ so die Ministerin.