Hamburg. Das von den USA im Rahmen des Antiterror-Kampfes gestartete "Container Safety Program" sorgt im Seeverkehr von und nach den USA für Unruhe unter Reedern, Spediteuren und Verladern. Das Programm verursache unter anderem neue Kostenbelastungen, bei denen nicht klar sei, wer dafür aufzukommen habe. Diese Klagen waren auf einer Tagung des Hamburger Senats am Internationalen Seegerichtshof (ITLOS)in Hamburg zu hören. Thema: "Weltweiter Terrorismus – neue Herausforderungen für die Handelsschifffahrt". In mehreren Beispielen belegte Bernd Kröger, Hauptgeschäftsführer beim Verband Deutscher Reeder (VDR), wie sehr das Programm die Abläufe bei den Reedereien beeinträchtigt. So musste die Schiffsführung eines deutschen Containerschiffs auf Anordnung der US-Zollbehörden in einem US-Hafen Container zur Kontrolle aus dem Frachtraum holen lassen, die eigentlich für einen anderen Hafen bestimmt und folglich entsprechend gestaut waren. Kröger: "Diese Aktion führte zu nicht eingeplanten Mehrausgaben beim Umschlag von rund 30.000 US-Dollar." Darüber hinaus sei der Fahrplan des Schiffes "völlig durcheinander geraten". Kröger warnte davor, dass durch solche Praktiken das in Jahrzehnten verfeinerte intermodale Transportsystem gefährdet wird, was sich wiederum negativ auf den Außenhandel mit den USA auswirken könnte. (vr/eha)
Probleme bei der Handelsschifffahrt mit US-Sicherheitsprogramm
Unruhe bei Spediteuren und Verladern über Maßnahmen im Anti-Terrorkampf