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Pilotprojekt: Warnschilder gegen Geisterfahrer

Bundesverkehrsminister Ramsauer enthüllte an der Autobahnausfahrt Traunstein-Siegsdorf (A8) die ersten Warnschilder 
© Foto: dapd/Uwe Lein

Rund 1700 Geisterfahrten zählt die Polizei jedes Jahr / Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) lässt testen, ob Warnschilder helfen


Datum:
06.12.2010
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Siegsdorf. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer testet bei einem Pilotversuch in Bayern Warnschilder gegen Geisterfahrten. Der CSU-Politiker enthüllte am Samstag an der Autobahnausfahrt Traunstein-Siegsdorf (A8) die ersten Schilder. Sie zeigen ähnlich den Lawinenwarnschildern eine ausgestreckte, schwarze Handfläche mit den Hinweisen „Stopp" und „Falsch".

Die Warntafeln auf sollen auf der A8 zwischen Übersee am Chiemsee und dem Grenzübergang Walserberg an acht Ausfahrten getestet werden. In der kommenden Woche wird ein zweiter Testabschnitt auf der A3 zwischen Deggendorf und dem Grenzübergang Suben folgen. Das Verkehrsministerium schätzt die Zahl der Geisterfahrten auf etwa 1700 im Jahr. Der Modellversuch folgt dem österreichischen Vorbild, wo es solche Schilder bereits seit langem gibt.

„Wir haben uns bewusst an den Warnschildern Österreichs orientiert und verwenden absichtlich die gleiche, bewährte Aufmachung", sagte Ramsauer. Auch die Teststrecken an den Grenzen zu Österreich wurden absichtlich gewählt. „Auch in Österreich sind die Warnschilder allerdings nur ein Mittel, um Geisterfahrer auf der Autobahn zu verhindern." Beide Testabschnitte werden wissenschaftlich begleitet, Ende 2012 wird es einen ersten Zwischenbericht geben. „Dann erst werden wir über eine mögliche, flächendeckende Einführung entscheiden", sagte Ramsauer.

Ramsauer bezeichnete neben dem Versuch mit den neuen Warnschildern auch die Einführung der Winterreifen-Pflicht und des begleitenden Fahrens ab dem 17. Lebensjahr als Teile seines nationalen Verkehrssicherheitsprogrammes. „Andere Verkehrsminister staunen immer wieder, dass wir in Deutschland trotz Fehlen einer Höchstgeschwindigkeit das sicherste Autobahnnetz Europas haben."

In Bayern gab es 2009 rund 350 der Polizei gemeldete Geisterfahrer, sagte Hubertus Andrä vom Münchner Innenministerium. Die Polizei vermutet aber, dass es in Wirklichkeit weit mehr sind. Die beiden Hauptgründe für Geisterfahrten sind nach Angaben des Ministeriums Orientierungslosigkeit und Wendemanöver auf der Autobahn.

In Österreich werden die Geisterfahrerwarntafeln bereits seit 18 Jahren aufgestellt. Ein drastisches Absinken der Geisterfahrerzahlen durch die Tafeln konnte nicht festgestellt werden. „In Summe erscheint die Wirkung der Warnschilder freilich evident - umso mehr, als seit dem Jahr 2000 die Verkehrsleistung auf den Autobahnen um 30 Prozent gestiegen ist", sagte Walter Fleißner vom Wiener Verkehrsministerium.

Experten fordern Baumaßnahmen

Es gibt jedoch Experten aus Österreich, die wenig von den Warnschildern halten. „Wichtiger ist es, die Auffahrten so zu gestalten, dass man unausweichlich auf die richtige Spur geführt wird", sagte Markus Schneider vom österreichischen Autofahrerclub ÖAMTC. „Denn wenn ich erst einmal an ein solches Schild komme, ist es ja schon zu spät", erklärte Schneider.

Die Sprecherin des Autobahnbetreibers Asfinag, Klaudia Niedermühlbichler, sieht das ähnlich: „Auch eine Unmenge an Schildern garantiert nicht, dass die Botschaft wahrgenommen wird", meint Niedermühlbichler. Oft starteten Falschfahrer nach dem Besuch einer Raststätte in die falsche Richtung - das geschehe häufiger als an Autobahnauffahrten. Warntafeln auch an anderen Zufahrten anzubringen, ist nach Ansicht der Unternehmenssprecherin keine Lösung: „Die wenigsten Geisterfahrer nehmen versehentlich die falsche Auffahrt." (dpa) 

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