BASF hat für seine Schienentransporte von Ludwigshafen nach Ostdeutschland und Tschechien ein neues Logistikkonzept etabliert. Seit Januar 2026 übernimmt der Schienenlogistiker Captrain die operative Umsetzung des Netzwerks, das Direktverbindungen, einen zentralen Umschlagpunkt sowie regionale Zustellverkehre kombiniert.
Das System soll auch bei schwankenden Versandmengen eine zuverlässige Versorgung der Kunden gewährleisten. Gleichzeitig sollen Transportkapazitäten effizient gebündelt und Lieferzeiten verkürzt werden.
Hub in Bitterfeld als zentrale Drehscheibe
Kern des Konzepts ist eine Direktverbindung zwischen dem BASF-Stammsitz Ludwigshafen und dem Captrain-Standort Bitterfeld. Die Anzahl der Verbindungen kann flexibel an das jeweilige Transportaufkommen angepasst werden.
Von Bitterfeld aus werden die Sendungen über feste regionale Verbindungen an insgesamt 18 Empfänger in Ostdeutschland und Tschechien verteilt. Nach Unternehmensangaben liegen die Transportzeiten innerhalb Deutschlands bei weniger als 48 Stunden.
Rund 4.500 Güterwagen pro Jahr unterwegs
Über das Netzwerk werden jährlich etwa 4.500 Wagenladungen mit chemischen Produkten transportiert. Zum Einsatz kommen dabei unterschiedliche Wagentypen, darunter Kesselwagen, Containertragwagen und Druckgaskesselwagen.
Für die Chemieindustrie ist die Kombination aus flexiblen Mengensteuerungen und planbaren Laufzeiten besonders wichtig. Produktionsschwankungen und wechselnde Kundenbedarfe stellen hohe Anforderungen an die Transportlogistik.
Schienenlogistik soll zusätzliche Mengen aufnehmen
Nach Angaben von Captrain nutzt die Lösung bestehende Verkehrsverbindungen und baut diese gleichzeitig aus. Dadurch können auch Transportmengen weiterer Kunden in das Netzwerk integriert werden. Erste zusätzliche Verkehre seien bereits seit dem Start des Systems hinzugekommen.
Auch die Transporte nach Tschechien werden in bestehende Schienenverbindungen eingebunden. Das Netzwerk sei zudem so ausgelegt, dass künftig weitere Relationen ergänzt werden können.
Bahnverkehr gewinnt für Chemielogistik an Bedeutung
Die neue Struktur zeigt, wie sich Wagenladungsverkehre auch bei vergleichsweise kleinen Sendungsmengen wirtschaftlich organisieren lassen. Für die Chemiebranche gewinnt dies vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an Effizienz, Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit zunehmend an Bedeutung.
Mit dem Hub-Konzept setzen BASF und Captrain auf eine Kombination aus flexibler Mengenbündelung, festen Fahrplänen und bestehenden Schienenverbindungen. Ziel ist es, die Versorgung von Industrie- und Logistikkunden in Ostdeutschland und Tschechien langfristig zuverlässig abzuwickeln.