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NEE: Schienengüterverkehr vernachlässigt

39 Prozent des Schienennetzes müssen Güterzüge derzeit mit Dieselloks befahren, so der Branchenverband
© Foto: Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE)

31 Millionen Euro will der Bundestag für das "Ausbauprogramm Elektrische Güterbahn" in diesem Jahr zur Verfügung stellen - sechs Millionen weniger, als ursprünglich veranschlagt. Angesichts vielfach höherer Summen für die E-Pkw-Förderung sieht die Schienengüter-Branche Handlungsbedarf.


Datum:
31.05.2022
Autor:
Janis Leonhardt/Stefanie Schuhmacher
Lesezeit:
2 min
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Ausgehend von zügiger mit Oberleitungen ausgestatteten Strecken könnte der Schienengüterverkehr nach 2030 ohne Diesel betrieben werden, wie aus einer vom Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE) kürzlich veröffentlichten Studie hervorgeht. Zweite Voraussetzung sei die Weiterentwicklung moderner Zweikraftloks, die auch Strecken ohne Oberleitungen bedienen können. Um hierbei vom Diesel gänzlich wegzukommen, müsse das Dieselaggregat durch leistungsstärkere Batterien ersetzt werden, für die jedoch noch Entwicklungsarbeit zu leisten sei, so die Studie.

NEE-Vorstandsvorsitzender Ludolf Kerkeling kritisiert, dass die Eisenbahn als einziges schon weitgehend elektrisch betriebenes Verkehrsmittel „sträflich vernachlässigt“ werde. Sowohl die aktuelle als auch die vorangegangene Bundesregierung hätten bislang nicht ausreichend an der angekündigten Elektrifizierung von Strecken gearbeitet: Bis 2025 wollte die schwarz-rote Vorgänger-Bundesregierung den elektrifizierten Streckenanteil um 10 Prozent erhöhen – in den letzten dreieinhalb Jahren wurde letztlich nur ein Prozentpunkt geschafft, so das NEE.

Besser finanzierte Elektrifizierung

„Wir erwarten von der Regierung, Fördermaßnahmen für elektrischen Güterfernverkehr auf die Schiene zu konzentrieren und nicht allein dem Straßen-Güterverkehr zuzuschustern. Sie muss neben der Elektrifizierung des Netzes die Güterbahnen und Hersteller bei der Beschaffung und Weiterentwicklung der Hybrid-Loks finanziell unterstützen“, forderte Kerkeling, ausgehend von den Studienergebnissen. Aktuell wolle der Bundestag die kalkulierten Mittel um ein Sechstel kürzen. Die daraus entstandene Summe von 31 Millionen Euro, die für den gesamten Jahresetat des Sonderprogramms elektrische Güterbahnen vorgesehen ist, entspreche gerade einmal dem Betrag, der 2021 für E-Pkw-Förderprämien in nur drei Tagen ausgegeben wurde.

Insgesamt sollten schnellstmöglich 1522 Kilometer Fahrdraht elektrifiziert werden. „Wir brauchen mehr und wir brauchen es schnell. Jeden Tag geht uns Zeit verloren, an dem weiter der Dieselverbrauch von Lkw und auf nicht-elektrifizierten Strecken das Klima belastet“, forderte Kerkeling im Namen des Schienengüter-Verbandes mit Blick auf die bundesweite Verkehrspolitik. (jl/ste)

>>Hier finden Sie die vom Netzwerk Europäischer Eisenbahnen veröffentlichte Studie zur Elektrifizierungsstrategie für den Schienengüterverkehr

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