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Mobilitätsexperte Liedtke: Güterverkehrsprognosen müssen revidiert werden

Güterverkehrsprognosen sind wichtig für die Planung von Infrastrukturprojekten
© Foto: Arndt

Neuere Berechnungen liegen 2020 um 15 Prozent unter ursprünglicher Annahme des BMVBS


Datum:
04.07.2011
1 Kommentare

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Altenberge/Münster. Die langfristigen Güterverkehrsprognosen des Bundesverkehrsministeriums sollten revidiert werden, weil sich nach neueren Berechnungen erhebliche Abweichungen beim Güterverkehrsaufkommen bis 2020 ergeben. Das forderte der Verkehrsforscher Gernot Liedke vom Institut für Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsforschung (IWW) beim „General Cargo Symposium 2011" des Trailerherstellers Schmitz Cargobull in Altenberge.

Gegenüber den ursprünglichen Prognosen des BMVBS lägen neuere Berechnungen des Güterverkehrsaufkommens bis 2010 um 15 Prozent niedriger, sagte Liedtke. Gründe für die Abweichungen sieht er in geänderten Rahmenbedingungen der globalisierten Wirtschaft. Unter anderem sei ein Trend zur Dematerialisierung feststellbar. Dies habe zur Folge, dass es in den letzten Jahren kaum noch Steigerungen bei der Tonnage von Zwischen- und Endprodukten gegeben habe und die Wertdichte von industriellen Produkten zunehme.

Auch beim Personenverkehr sei ein massives Abknicken der Wachstumskurve zu erwarten, so Liedtke. Gründe hierfür seien unter anderem gestiegene Treibstoffkosten sowie die veränderte Zeitverfügbarkeit der Menschen. (diwi) 

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KOMMENTARE


Michael Rothschuh

04.07.2011 - 20:32 Uhr

Es ist erfreulich, dass die tatsächliche Entwicklung hier zur Kenntnis genommen wird, während die Verkehrswirtschaft zumeist mit den überhöhten Prognosen, die vor 2008 erstellt wurden, Forderungen nach immer weiterem Ausbau von Infrastrukturen begründet. Es wird beim Verkehr eine ähnliche Entwicklung geben wie beim Energieverbrauch: Jahrzehntelang wurde eine weit über der BIP-Entwicklung liegende Steigerung als unerlässlich propagiert, bis es eine Energiewende hin zu sparsamer Nutzung der Ressourcen gab. Auch beim Verkehr brauchen wir "sparsamen" Verkehr, um die Entwicklung in Einklang mit den Klimazielen, dem Umstieg auf erneuerbare Energie, der Schonung von Umwelt und der Entwicklung lebenswerter Städte zu bringen. Dazu wird auch eine Wende im inernationalen Handel beitragen, in dem die Nähe von erzeugung und Verbrauch von Gütern eine zunehmende Rolle spielt.


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