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Lokführer bestreiken Cantus-Bahn

GDL: Cantus zahlt nicht nach Tarif
© Foto: imago/Rüdiger Wölk

Der Vorwurf: Cantus wolle Lokführern bei mehr Arbeit weniger Lohn und kein Weihnachtsgeld bezahlen


Datum:
17.06.2011
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Frankfurt/Main/Eisenach. Ein kurzfristig angekündigter Streik der Lokführer hat Fahrgäste der Cantus Verkehrsgesellschaft am Freitagvormittag im Berufsverkehr überrascht. Betroffen ist auch die Strecke Bebra-Eisenach. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte die Cantus-Lokomotivführer in der Nacht zu einem Streik aufgerufen. Ab drei Uhr traten die ersten Lokführer in den Ausstand, sagte der stellvertretende Vorsitzende des GDL-Bezirks Frankfurt, Thomas Hupfeld. Wie lange der Streik andauern soll, wollte er am Vormittag nicht sagen. Die Arbeitsniederlegung könne sich durchaus über mehrere Tage erstrecken.

Zu Behinderungen kam es nach GDL-Angaben zudem auf den Strecken Kassel-Göttingen, Kassel-Bebra-Fulda, Göttingen-Bebra-Fulda. Einige Zugverbindungen wurden nach Cantus-Angaben ganz gestrichen, darunter Fahrten zwischen Göttingen und Eschwege oder Fulda und Bebra. „Die Streikbeteiligung ist sehr hoch bei nahezu 100 Prozent. Im Laufe des Tages werden 75 Prozent der Züge stehen bleiben", sagte Hupfeld.

Die GDL warf dem Cantus-Gesellschafter Hamburger Hochbahn mit ihrer Beteiligungsgesellschaft Benex vor, den Wettbewerb weiterhin auf dem Rücken der Lokomotivführer auszutragen. Hupfeld sagte, Cantus wolle Lokführern dauerhaft weniger Lohn und kein Weihnachtsgeld bezahlen, dafür müssten die Beschäftigten auch noch eine Stunde mehr arbeiten: „Sie haben offensichtlich immer noch nicht begriffen, dass die GDL-Mitglieder keinem Eisenbahnverkehrsunternehmen Wettbewerbsvorteile über niedrigere Lohnkosten zugestehen werden."

Die GDL will mit ihren seit Monaten andauernden Streiks einheitliche Arbeits- und Gehaltsbedingungen für die etwa 26.000 Lokführer auf dem hohen Niveau des Marktführers Deutschen Bahn (DB) in ganz Deutschland erzwingen. Nach Gewerkschaftsangaben ist dieses Ziel bereits für 90 Prozent der Beschäftigten erreicht. Neben den 20.000 DB-Lokführern, für die der Rahmentarifvertrag mit den bundesweit angestrebten Regelungen schon seit April unter Dach und Fach ist, hätten sich inzwischen auch Bahnen im Güterverkehr mit der GDL geeinigt. In Summe gelte damit die branchenweite einheitliche Bezahlung schon für neun von zehn Lokführern. (dpa) 

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