Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im April wegen des Iran-Kriegs weiter deutlich verschlechtert. Das Ifo-Geschäftsklima fiel um 1,9 Punkte auf 84,4 Punkte, wie das Münchner Forschungsinstitut in München mitteilte. Analysten hatten einen erneuten Stimmungsdämpfer erwartet, waren aber im Schnitt nur von einem Rückgang auf 85,7 Punkte ausgegangen.
Fuest: Hoffnungen auf Aufschwung vorerst dahin
Die vom Ifo-Institut befragten Unternehmen haben ihre aktuellen Geschäfte und die künftigen Erwartungen schlechter eingeschätzt. „Die Hoffnungen auf einen Aufschwung sind vorerst dahin“, kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest das Ergebnis der monatlichen Umfrage unter 9.000 Unternehmen.
Logistik besonders unter Druck
Insbesondere im Dienstleistungssektor ist der Ifo-Index deutlich gesunken. Der Einbruch der Erwartungen hat sich fortgesetzt. Auch die Urteile zur aktuellen Lage fielen weniger gut aus. "Speziell die Logistik steht unter Druck, dort sind die Aussichten düster", schreibt Fuest.
Straße von Hormus als zentrales Risikoszenario
„Der Einbruch des Ifo-Geschäftsklimas zeigt unmissverständlich, wie sehr der Energiepreisschock die deutsche Wirtschaft trifft“, sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Das Wachstum dürfte in diesem Jahr selbst dann um beträchtliche 0,4 Prozentpunkte niedriger ausfallen, wenn die Straße von Hormus nach insgesamt drei Monaten Ende Mai wieder öffnete. „Für dieses Szenario rechnen wir nur mit einem Wachstum von 0,6 Prozent. Bereinigt um die ungewöhnlich hohe Zahl von Arbeitstagen entspricht dies einem mageren Plus von 0,3 Prozent. Aber jeder weitere Tag ohne Öllieferungen durch die Straße von Hormus erhöht das Rezessionsrisiko.“