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Hafen Hamburg: "Wartezeiten verkürzen, Staus verhindern"

Hafenkapitän Jörg Pollmann (l.) und HPA-Geschäftsführer Jens Meier
© Foto: Arndt

Hamburg Port Authority (HPA) will mit intelligenter IT die Abläufe im Hafen für alle Verkehrsträger optimieren / Dicker Aufgabenkatalog für die kommenden Jahre / 2011 werden mehr als 900 Großcontainerschiffe Hamburg ansteuern


Datum:
12.01.2011
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Hamburg. Der Hamburger Hafen setzt bei der Bewältigung der wieder wachsenden Verkehrsmengen und Verkehrsströme bei allen Verkehrsträger fortan verstärkt auf moderne IT. Jens Meier, Geschäftsführer der Hamburg Port Authority (HPA), spricht in dem Zusammenhang von der „Elektrifizierung" des Hafens. „Wir können und wollen die Straßen, Schienen und Wasserwege nicht unbegrenzt ausbauen", betonte Meier am Mittwoch vor Journalisten in Hamburg. Daher komme es künftig noch viel mehr darauf an, die vorhandenen Ressourcen optimaler auszunutzen, und zwar über den verstärkten, gezielten Einsatz von modernster IT, betonte Meier, in dessen Lebenslauf sich ein ausgeprägter IT-Hintergrund findet.

Bereits in diesem Jahr erfolgen im Wortsinne erste Weichenstellungen. So startet im Frühjahr das computergesteuerte Verkehrsmanagement-System im Hafen. Zu diesem Zweck wurden in den zurückliegenden Monaten im Hafengebiet umfangreiche tecnnische Vorarbeiten durchgeführt, unter anderem das Einbauen von Detektorschleifen in den wichtigen Straßen sowie dem Aufstellen von großen Digital-Schautafeln. Sie informieren die Verkehrsteilnehmer, allen voran die LKW-Fahrern, über die aktuelle Verkehrslage im weitläufigen Hafengebiet. Die Maßnahme konnte auch deshalb so schnell in Angriff genommen werden, weil dafür Mittel aus dem großen Konjunkturprogramm des Bundes zuflossen, das zu Bewältigung der Folgen der Weltwirtschaftskrise aufgelegt wurde.

Neues IT-System optimiert Hafenbahnverkehr
Auch die Hamburger Hafenbahn wird ihren bereits hohen Standard auf dem Gebiet Informationstechnologie noch einmal toppen können. Meier geht davon aus, dass das neue IT-System bis 2012 den Bahnverkehr noch einmal „optimieren" wird. Das ist auch deshalb vonnöten, weil die über das 300 Kilometer umfassende Netz der Hafenbahn immer mehr Güter befördert werden. 2010 werde als „Spitzenjahr" in die Geschichte der Hafenbahn eingehen, die immerhin Mitte des 19. Jahrhunderts eingerichtet wurde. Auch der Schifffahrt werde die IT zugute kommen. Ein neues Informationssystem wird unter dem vielversprechenden Namen PRISE (Port River Information System Elbe) seinen Pilotbetrieb aufnehmen. Meier ist davon überzeugt, dass diese – und weitere, derzeit noch in der Planung befindliche Maßnahmen – die weltweite Spitzenposition Hamburgs auf dem Gebiet der IT-Vernetzung noch einmal festigen und weiter stärken werde. Seine große Vision ist die eines vollständig vernetzten Hafens und der in ihm wirkenden Verkehrsträger. Auf dem Weg dahin geht die HPA durchaus pragmatisch vor. Man setzt nicht nur auf teure, zeitraubende Eigenentwicklungen, sondern schaut sich auch weltweit um, was bereits an IT-Lösungen für die Transport- und Hafenwelt vorhanden ist, um diese Erfahrungen und das Wissen zu nutzen und für den Hamburger Hafen weiter zu entwickeln.

Die Rolle Hamburgs als „Europäische Umwelthauptstadt" in diesem Jahr wird auch im Hafen mit ausgefüllt. So führt die HPA sowohl beim schiffsbezogenen Hafengeld als auch bei den Hafenbahntarifen Umweltkomponenten ein. Beispiel: Für Diesel-Loks, die mit Rußpartikelfiltern ausgerüstet sind, fallen geringere Abgaben an als für Loks ohne solche Filter. Belohnt wird auch die Nutzung lärmarmen Waggonmaterials. Im September diesen Jahres richtet die HPA zudem eine große Umweltkonferenz -einen „Green Port Congress" - aus. Es geht darum, den Erfahrungsaustausch zu befördern. Meier zeigte sich überzeugt, dass die Umweltfreundlichkeit" eines Hafens in Zukunft ein wichtiger Wettbewerbsfaktor sein werde.

Klassischer Hafenausbau bleibt im Fokus
Neben der Stärkung der IT-Kompetenz wird die HPA aber auch den klassischen Hafenausbau weiter betreiben. Eine Reihe von Großprojekten werden in Angriff genommen. Dazu gehört unter anderem die Neugestaltung im Bereich des Container Terminals Tollerort (CTT) der HHLA. Vier Hektar Landmasssen werden bis 2016 abgetragen, wodurch die Schiffe den Terminal wesentlich leichter ansteuern können. Zugleich entstehen zwei neue Feeder-Liegeplätze. Diese Operation sei sehr anspruchsvoll, da sie im laufenden Betrieb erfolgen müsse. Das Vorhaben ist ein Bestandteil des Hafenentwicklungsplans, der sich derzeit noch in der Abstimmung befindet.

Hafenkapitän Jörg Pollmann hält die Arbeiten am CTT für sehr wichtig. Auch deshalb, weil sie dem Trend zu immer größeren Schiffen Rechnung trägt. Deren Anzahl nimmt beständig zu. Waren es 2009 noch 712 Fachter mit mehr als 330 m Gesamtlänge, so stieg deren Anzahl 2010 bereits auf 827 Schiffe. Pollmann: „Für dieses Jahr rechnen wir mit deutlich mehr als 900 Frachtern." (eha) 

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