Hafen Antwerpen sucht neue Hafendienstleister

12.01.2010 11:15 Uhr
Antwerpen
Der Hafen Antwerpen sucht neue Hafendienstleister
© Foto: Arndt

Bewerbungsfrist endet am 26.März 2010 / Konzessionen für Festmacher und Lotsendienste / Neue Verträge sollen ab 2011 in Kraft treten

Antwerpen. Der Antwerpener Hafen sucht nach alternativen Dienstleistern für dsie Bereiche Festmacher-Service und das Lotswesen. Nach Darstellung des Städtischen Hafenbetriebs Antwerpen (SHA) haben potenzielle Bewerber noch bis zum 26.März Gelegenheit, um sich um die entsprechenden Konzessionen zu bewerben. Sie haben eine Laufzeit von acht Jahren im Falle der Lotsdienste und von vier Jahren bei den Festmachern. Die neuen Verträge sollen zum 1.Januar 2011 in Kraft treten. In beiden Fällen besteht die Möglichkeit, dass die Konzessionen ein zweites Mal um denselben Zeitraum verlängert werden. Die potenziellen Bewerber müssen eine Reihe von Auflagen erfüllen, dazu gehört vor allem, dass alle Service-Leistungen rund um die an 365 Tagen im Jahr vorgehalten werden. Zudem wird von den möglichen neuen Unternehmen gefordert, dass sie ihren Unternehmenssitz in Belgien haben. Der SHA will die Interessenten am 20.Januar zu einer Informationsveranstaltung einladen. Den Antwerpener Hafen liefen 2008 rund 12 500 Seeschiffe an. Aktuell bereitet sich der zweitgrößte europäische Seehafen auf den Zustrom der sogenannten XXL-Containerschiffe mit über 10.000 TEU vor. Die Öffnung der europäischen Häfen für nicht originär nicht ortsansässige Hafendienstleister findet seit Mitte der 1990-er Jahre statt, wobei es in den ersten Jahren immer wieder zu Reibereien mit den etablierten Unternehmen kam. Als beispielsweise Ende Dezember 1995 im Hamburger Hafen das niederländische Assistenz-Schlepper-Unternehmen Kotug vor Anker gehen wollte, entbrannte in den ersten Monaten ein heftiger Konflikt mit den deutschen Gewerkschaften, aber auch den etablierten Schlepperfirmen. Wochenlang war damals in den Medien vom „Schlepperkrieg im Hamburger Hafen“ die Rede. Ähnliche Erfahrungen mussten später auch deutsche Anbieter in den Westhäfen sammeln. Inzwischen gehört die Anwesenheit von „Fremdanbietern“ gerade im Bereich der Schlepper-Assistenz-Dienste zum Normalfall in der EU. (eha)

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