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Fahreralltag hautnah für Staatssekretär Bomba

Mit Ingo Kuhn (l.), seit 13 Jahren Fahrer bei der Spedition Oscar Herzig, war Staatssekretär Rainer Bomba zwei Tage lang im LKW unterwegs
© Foto: VR/Bauer

Zwei Tage "auf dem Bock": Politiker tauscht grünen Tisch gegen LKW-Kabine und erlebt die Probleme des Fahreralltags


Datum:
15.08.2011
Autor:
3 Kommentare

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Eichenzell. Parkplatzsuche, Wartezeiten an der Rampe, teures Essen in der Autobahnraststätte – der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Rainer Bomba hat die Probleme des Straßengüterverkehrs zwei Tage lang am eignen Leib zu spüren bekommen. Jemand, der Entscheidungen treffe, müsse die Praxis kennen, so die Meinung des 47-jährigen Politikers. Und da in Berlin viele Entscheidungen zu treffen seien, lege er persönlich großen Wert auf Praxiserfahrungen, begründete Bomba seinen jährlichen Arbeitseinsatz in der freien Wirtschaft.

In diesem Jahr heuerte er zwei Tage lang als Praktikant bei der Internationalen Spedition Oscar Herzig in Eichenzell an. Los ging es in Eichenzell mit einem 40 Tonner, beladen mit Fliesen, nach Bremen. Am nächsten Tag stand der Rückweg mit einer Ladung Whirlpools und der Inspektion einiger Autobahnraststätten und –parkplätze auf dem Programm. „Jetzt können wir uns auf einem ganz anderen Level unterhalten", freute sich der Präsident des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), Hermann Grewer, über das Engagement von Bomba.

Dessen erstes Fazit: „Ich habe jetzt noch mehr Hochachtung vor dem Beruf des Fahrers. Hier muss man alle Sinnen beisammen haben, das Fahrzeug und die Logistik beherrschen und den Blick für die Straße, vor allem für die anderen Verkehrsteilnehmer haben", so Bomba, bei dem der Perspektivenwechsel nachhaltige Eindrücke hinterlassen hat: „Besonders interessant fand ich, mitzuerleben, wie die Suche nach feien Parkplätzen in der Praxis aussieht. Wir werden den Ausbau der Stellplätze auf jeden Fall weiter vorantreiben", erklärte er. Hier müsste auch der Einsatz von Telematik für en intelligentes Parken forciert werden.

In Berlin werde man außerdem die Rampenproblematik „ein Thema, das ich jetzt hautnah erleben durfte", so Bomba, erneut aufnehmen. Sowohl bei den Wartezeiten als auch bei der Behandlung der Fahrer lasse sich sicher einiges mit einfachen Mitteln verbessern. „Wir leben in Deutschland im 21. Jahrhundert. Das sollte es doch zum Standard gehören, den Kollegen einen Kaffee, einen Warteraum und eine Toilette zur Verfügung zu stellen", sprach Bomba die Situation beim Be- und Entladen an. (bb) 

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KOMMENTARE


Bernd Wipki

15.08.2011 - 18:11 Uhr

Hochachtung auch vor den praxisnahen Aktivitäten des Herrn Staatssekretär. Erstaunlich aber, dass die EU-Verordnung "Lenk- und Ruhezeiten" keine Erwähnung findet - da liegt die eigentliche Herausforderung. Diese Verordnung hätte man sicherlich nach einer solchen Exkursion ganz anders getroffen. Ist es zu spät für Reformationen?


Nahverkehrskutscher

20.08.2011 - 09:49 Uhr

Lenk und Ruhezeiten ist wohl auch mehr ein EU Problem, was so schnell nicht geht. Am Anfang erstmal die Sachen voranbringen, die schnell geändert werden können und sich nicht an eine Sache festbeissen. Aber trotzdem auch meine Hochachtung.


Heinz Wimmer

22.08.2011 - 22:34 Uhr

Das ist doch reine Politikshow und unsere Clowns spielen brav mit. Was hat der gute Herr Staatssekretär schon von den wahren Problemen der Fahrer mitnehmen können? Ob Ramsauer oder Bomba das sind immer schöne Worte, aber wenig Taten.


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