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Fahrer erleben Crashs im Simulator

19.10.2016 17:52 Uhr
Fahrer erleben Crashs im Simulator
Im Simulator wurden die Fahrer reichlich durchgeschüttelt
© Foto: Picture Alliance/dpa/Friso Gensch

In Dortmund konnten Lkw-Fahrer in Auffahr- und Überschlag-Simulatoren am eigenen Leib erfahren, welche Kräfte bei einem Crash auf sie wirken können.

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Dortmund. Trotz aller Bemühungen der Branche: Es gibt immer schwarze Schafe unter den Fahrern, die sich nicht so verhalten, wie sie sollen. Der Fernseher im Führerhaus läuft, die Kaffeemaschine blubbert - der Fahrer ist abgelenkt, es kracht. Hunderte schwere Unfälle passieren jedes Jahr, weil Lkw-Fahrer nicht aufgepasst haben. Oft sind sie nicht angeschnallt. „Die Zahl der Unfälle hat in diesem Jahr deutlich zugenommen“, sagt Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange.

Unfallsimulation mit Teddybären

Rasen Lkw ungebremst in ein Stauende, geht das selten glimpflich aus. Die hohe Zahl an Opfern hat die Polizei in Dortmund auf den Plan gerufen: Lkw- und Busfahrer konnten am Mittwoch bei den Aktionstagen zu sicherem Verhalten am eigenen Leib erleben, wie sich ein Crash anfühlt. Im Überschlag-Simulator flogen ihnen allerdings nur Teddybären und Schaumstoff um die Ohren.

In Aufprall-Simulatoren merken die Lkw-Fahrer, wie sich ein Zusammenstoß mit nur zehn Stundenkilometern anfühlt. „370 Kilo haben auf meinen Sicherheitsgurt eingewirkt“, sagt Kevin Dique, Schwerlastfahrer aus Dortmund. „Wenn ich mit 30 Stundenkilometern aufprallen würde, wären es schon 3,5 Tonnen.“ Noch überraschter ist Dique nach dem Erlebnis im Überschlag-Simulator: „Das ist extrem. Der Überschlag war schon heftig.“ Der erfahrene Trucker will künftig einen sicheren Ort für Kaffeemaschine und Laptop im Führerhaus suchen. „Man sollte sich als Fahrer ein bisschen mehr um Stauflächen kümmern.“

BG Verkehr fordert Pflicht für Assistenzsysteme

Die Berufsgenossenschaft Verkehr (BG-Verkehr) kennt die schlimmen Unfallauswirkungen und fordert Verbesserungen bei der Lkw-Technik. Seit Jahren seien einige Assistenten in Neufahrzeugen verpflichtend. Notbremsassistenten müssten aber verbessert und Abstandsassistenten erst verpflichtend eingeführt werden, sagt Präventionsexperte Klaus Ruff.

Aber auch viele Fahrer müssten dringend umdenken. Telefonieren am Steuer sei zwar verboten. Das gelte aber nicht ausdrücklich für Fernsehen, Kaffeekochen oder Zeitunglesen. „Schnell eine SMS schreiben hat schon manchem Fahrer das Leben gekostet“, sagt Ruff.

Die Verkehrsminister der Bundesländer haben sich erst Anfang Oktober dafür ausgesprochen, dass in Fahrzeugen vorhandene Notbremsassistenten auch verpflichtend eingeschaltet werden müssten. Oftmals seien sie ausgeschaltet. Der Bund solle daher die Nutzung verpflichtend vorschreiben. (dpa/ks)

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