Verband: Lang-Lkw keine Entlastung bei Niedrigwasser

13.08.2026 14:33 Uhr | Lesezeit: 3 min
Ein langer Lkw mit einem weißen Trailer fährt auf einer Straße
Das Niedrigwasser auf deutschen Wasserstraßen zeigt nach Ansicht des VDV den Handlungsbedarf im Güterverkehr (Symbolbild)
© Foto: Yaraslau Saulevich/iStock/Getty Images Plus

Angesichts des Niedrigwassers in vielen Flüssen forderte der Handelsverband jüngst, Lang-Lkw dauerhaft zuzulassen. Ein Verkehrsverband hält dagegen.

Die anhaltenden Niedrigwasserstände auf Rhein und anderen Wasserstraßen verdeutlichen nach Ansicht des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) die Verwundbarkeit bestehender Logistikketten. Der Verband fordert deshalb langfristige Maßnahmen, um den Güterverkehr in Deutschland widerstandsfähiger und leistungsfähiger aufzustellen.

Im Mittelpunkt steht dabei der Ausbau des Kombinierten Verkehrs, bei dem Schiene, Straße und Wasserstraße miteinander verknüpft werden.

Schiene soll stärker eingebunden werden

Nach Einschätzung des VDV kann der Schienengüterverkehr einen wichtigen Beitrag leisten, wenn Waren infolge von Niedrigwasser kurzfristig von der Binnenschifffahrt auf andere Verkehrsträger verlagert werden müssen.

Gerade bei schweren Gütern und Massengütern verfüge die Schiene über erhebliche Potenziale. Voraussetzung seien jedoch ausreichende Kapazitäten und eine leistungsfähige Infrastruktur.

Mehr Geld für Umschlagterminals gefordert

Besonderen Handlungsbedarf sieht der Verband bei den Umschlagterminals des Kombinierten Verkehrs. Diese Anlagen ermöglichen den Wechsel von Containern und Ladeeinheiten zwischen Schiene, Straße und Wasserstraße.

Nach Angaben des VDV stehen dem hohen Investitionsbedarf derzeit deutlich niedrigere Fördermittel gegenüber. Der Verband fordert deshalb eine stärkere finanzielle Unterstützung durch den Bund, um Kapazitäten auszubauen und Engpässe zu vermeiden.


Kritik an Forderungen nach mehr Lang-Lkw

Forderungen nach einem verstärkten Einsatz von Lang-Lkw lehnt der Verband ab. Zusätzliche Straßenverkehre könnten die strukturellen Probleme im Güterverkehr nicht lösen und würden die Belastung für Straßen und Brücken weiter erhöhen.

Stattdessen müsse die Verlagerung auf die Schiene vorangetrieben werden. Langfristig könne nur ein ausgewogenes Zusammenspiel der Verkehrsträger für mehr Stabilität sorgen.



Extremwetter stellt Logistik vor neue Herausforderungen

Der VDV sieht die aktuelle Niedrigwasserlage als Hinweis darauf, dass Extremwetterereignisse künftig häufiger Auswirkungen auf Transportketten haben könnten. Deshalb müsse die Infrastruktur frühzeitig an neue Herausforderungen angepasst werden.

Neben Investitionen in Wasserstraßen und Schienenwege spiele dabei auch die Modernisierung bestehender Anlagen eine entscheidende Rolle.

Langfristige Lösungen statt kurzfristiger Maßnahmen

Aus Sicht des Verbandes reichen kurzfristige Sonderregelungen allein nicht aus, um die Transportketten dauerhaft abzusichern. Gefordert werden langfristige Investitionen in Infrastruktur, Umschlaganlagen und Kapazitäten.

Ziel müsse es sein, ein widerstandsfähiges Güterverkehrssystem zu schaffen, das auch bei Niedrigwasser, Extremwetter oder anderen Störungen zuverlässig funktioniert.


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