Verbände warnen: EU-weite Ladeinfrastruktur-Förderung nicht aussetzen

20.01.2026 12:11 Uhr | Lesezeit: 1 min
Milence Ladepark Recklinghausen
Ladeparks für E-Lkw sind wichtig. Mit AFIF könnte eine EU-weite Förderung entsprechender Ladeinfrastrukturen und Wasserstoff-Tankstellen auslaufen, so verschiedene Verbände. Sie plädieren für eine Fortsetzung des Programms (Symbolbild)
© Foto: Milcence

Der Internationale Straßengüterverband IRU, Transport & Environment und ACEA wenden sich in einem Brief an die EU-Kommission: Die AFIF-Förderung dürfe nicht auf Eis gelegt werden.

Die Verbände International Road Transport Union (IRU), Transport & Environment und der Europäsche Verband der Automobilhersteller (ACEA) haben sich in einem Brief an die EU-Kommission gewendet. Sie warnen vor Plänen, die Förderung von Lade- und Betankungsinfrastruktur für E-Lkw sowie Wasserstoff-Lkw über das Alternative Fuels Infrastructure Facility (AFIF)-Programm auslaufen zu lassen. Demnach drohe ein Förderstopp in den Jahren 2026 bis 2027.Und es fehle ein Nachfolgeinstrument.

Ein Stopp könne die Einführung emissionsfreier Fahrzeuge (ZEV) verlangsamen, so die Verbände. Aktuelle Diskussionen in Brüssel würden darauf hindeuten, dass die Förderung im Rahmen des CEF-Verkehrsprogramms 2026 bis 2027 möglicherweise unterbrochen werden könnte.

„Ohne ein spezielles Nachfolgeinstrument, das vor Beginn des nächsten mehrjährigen Finanzrahmens der EU im Jahr 2028 vorgesehen ist, besteht die Gefahr, dass der Ausbau der Lade- und Wasserstoffbetankungsinfrastruktur für Schwerlastfahrzeuge an Schwung verliert“, warnen die Verbände in ihrer Mitteilung.

Lkw-Ladeinfrastrukturförderung mit allen Einzelaspekten in den Blick nehmen

Sie fordern eine kontinuierliche Förderung auf EU-Ebene sicherzustellen:

  • Entweder durch eine Verlängerung des AFIF
  • Oder durch das Nutzen alternativer EU-Förderinstrumente in Zusammenarbeit mit den Mitgliedsstaaten.

Die Förderung müsse neben

  • öffentlichen Lade- und Tankstellen auch
  • Depot-Laden,
  • Netzanschlüsse und
  • Energiespeicher

beinhalten.

Nur so lasse sich ein Betrieb der Lkw im alltäglichen Einsatz stemmen.

Henne-Ei-Problem: Hochlauf an E-Lkw könnte sich verzögern

Transportunternehmen seien zwar bereit, in teurere emissionsfreie Fahrzeuge zu investieren, so IRU-EU-Direktorin Raluca Marian. „Doch bei den geringen Margen in der Branche sind solche Investitionen nicht realistisch, wenn die Verfügbarkeit der Ladeinfrastruktur nicht gewährleistet ist.“ Sie betont zudem, dass auch eine gezielte Förderung der Ladestationen in Depots wichtig sei.

Ungünstiger Zeitpunkt für ein Auslaufen der AFIF-Förderung

„Dank AFIF werden Projekte zum Aufbau einer Ladeinfrastruktur für Lkw gestartet“, hebt Stef Cornelis, Direktor für Flotten und Güterverkehr bei T&E, hervor.

„Diese Finanzierung läuft zu einem Zeitpunkt aus, zu dem eine Ladeinfrastruktur auf dem Kontinent ein Schlüsselfaktor ist, um der europäischen Logistikbranche zu ermöglichen, auf Elektroantriebe umzusteigen.“ Die EU müsse die Finanzierung weiter verstärken und Investitionssicherheit schaffen. „Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt, um den Stecker zu ziehen und die Dynamik zu stoppen.“

HASHTAG


#Ladeinfrastruktur

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