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DSLV: Einnahmen aus Lkw-Maut versickern im Staatshaushalt

06.07.2023 14:00 Uhr | Lesezeit: 2 min
Axel Plaß, Präsident des DSLV
DSLV-Präsident Axel Plaß zeigt sich enttäuscht über den verabschiedeten Haushaltsentwurf 2024 durch das Bundeskabinett
© Foto: DSLV

Von den erwarteten Einnahmen durch die Lkw-Maut, etwa sieben Milliarden Euro, soll mehr als die Hälfte in den allgemeinen Staatshaushalt fließen.

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Angesichts von etwa vier Milliarden Euro eingesparter Haushaltsmittel für den Verkehrsetat zeigt sich der DSLV Bundesverband Spedition und Logistik enttäuscht vom gestern durch das Bundeskabinett verabschiedeten Haushaltsentwurf 2024. Zwar ist für den Verkehr eine Erhöhung des Etats um drei Milliarden auf gut 38 Milliarden Euro vorgesehen, doch fließt von den zu erwartenden Mehreinnahmen durch die Lkw-Maut von etwa sieben Milliarden Euro mehr als die Hälfte in den allgemeinen Staatshaushalt. Bereinigt um die zusätzlichen Mauteinnahmen wird der bisherige Verkehrshaushalt dadurch sogar spürbar gekürzt.

Dabei könnten die zu erwartenden Mautmehreinnahmen deutlich mehr Spielraum bei der Finanzierung von Infrastrukturprojekten bieten. Auch für die wichtigen Förderprogramme, welche die Logistikbranche zur Beschleunigung der ökologischen Transformation braucht, könnte deutlich mehr Geld zur Verfügung stehen.

Bundesregierung verspielt Vertrauen

„Der Koalitionsvertrag der Ampelregierung verspricht eindeutig, die Mautmehreinnahmen, wenn schon nicht in einen geschlossen Finanzierungskreislauf für die Straße, dann zumindest für Mobilität einzusetzen. Jetzt werden noch nicht einmal die Schiene und die Wasserwege auskömmlich gefördert. Mit diesem Haushaltsansatz begeht die Bundesregierung nicht nur einen erneuten Wortbruch, sie verspielt auch das Vertrauen vieler Speditionshäuser und Logistikunternehmen, die bereits ab dem 1. Dezember 2023 mit erheblichen CO2-Zusatzabgaben zur Verbesserung der Staatseinnahmen und des Investitionsvolumens der öffentlichen Hand beitragen sollen", sagt DSLV-Präsident Axel Plaß.

Sanierungsbedürftige Infrastruktur unterfinanziert

Inflationsbereinigt und bei konstanter Investitionslinie bleibt die sanierungsbedürftige Infrastruktur sämtlicher Verkehrsträger mit den jetzt - trotz höherer Einnahmen - vorgenommenen Einsparungen weiter unterfinanziert. Dadurch wird sie zusehends destabilisiert und das prognostizierte Güterverkehrswachstum nicht bewältigen können.

„Der Bundestag muss dringend nachbessern. Auch aus dem Wirtschaftsplan 2024 für den Klima- und Transformationsfonds müssen jetzt erhebliche Mittel in den Verkehrssektor zu dessen Dekarbonisierung fließen. Andernfalls verliert der Wirtschaftsstandort Deutschland nicht nur beim Klimaschutz, sondern auch seine Wettbewerbsfähigkeit“, mahnt Plaß.

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KOMMENTARE


Simone Helbling

06.07.2023 - 11:35 Uhr

Wieso lässt sich das Transportgewerbe das gefallen? Wozu werden die Branchenverbände mit immensen Mitgliedsbeiträgen bezahlt? Zum Durchwinken aller Regierungswünsche? Das Transportgewerbe bekommt mit diesen laschen, regierungstreuen Lobbyisten keine Überlebenschance! Auch das scheinheilige Geheule bezüglich des "Fachkräftemangels" ist unverständlich. Jeder weiß, dass Fachkräfte, die für MiLo arbeiten wollen nicht zu finden sind. Statt für angemessene Preise zu kämpfen, werden weitere existenzvernichtende Belastungen akzeptiert.


Gutekunst

06.07.2023 - 13:27 Uhr

Die Mauterhöhung ab Dezember 2023ist ein Verbrechen am Deutschen Fuhrunternehmer und der damit verbundene TODESSTACHEL. Wer glaubt seine Mauterhöhung im vollem Umfang von seinem Kunden zu bekommen träumt. Das wird anfangs gelingen und danach nur noch teilweise zurückfliessen, da alle großen Verlader AUSSCHREIBUNGEN machen . Hierbei wird in der Hauptsache dann der Günstigste ausgewählt. Der Endverbraucher wird die Erhöhung ordentlich zu spüren bekommen. Der ohnehin schwach ausgestattete OTTONORMALVERBRAUCHER bleibt somit auf der Strecke, da die Maut zumindest zum Großteil auf das Produkt umgeschlagen werden muss. ES wird ihn HART treffen!! Ebenfalls wird der Transportunternehmer nicht nur mit der Mat selber zu kämpfen haben, sondern bei den erhöhten Kosten sämtlicher BETRIEBSMITTEL, die ihm wohl kaum.ein VERLADER erstatten wird!! Für mich ist die Reaktion der DEUTSCHEN FUHRUNTERNEHMER auf die MAUTERHÖHUNG ein Rätsel!!! Mich veranlasst sie, dem Fuhrgewerbe den RÜCKEN zu kehren!!


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