Wenn Sie mich allerdings fragen, ob ich traurig bin, dass Schnieder geht, bekommen Sie eine ehrliche Antwort: Nein! Ich habe Schnieder zweimal live erlebt: Einmal auf unserem Fahrlehrer-Kongress, wo er seine Reformpläne kommentiert hat, und einmal, als ich eine Verbandstagung moderiert habe. In beiden Fällen sprang der Funke nicht über – weder bei mir und schon gar nicht beim Publikum. Schnieder gab sich zwar meinungsstark, aber nicht unbedingt fachkundig. Ist auch egal, seine Zeit im Verkehrsministerium ist vorbei.
Jetzt kommt Steffen Bilger. Ich kenne ihn aus der Zeit, als er Staatssekretär bei Andreas Scheuer war, und habe ihn auch schon interviewt. Er gilt als ausgewiesener Verkehrsexperte. Das ist auch notwendig. Schnieder musste wohl gehen wegen der vielen Infrastrukturprojekte, die er nicht ans Laufen brachte. Vielleicht war auch da seine spröde Art der Grund. Aber blicken wir nach vorne. Jetzt brauchen wir einen Verkehrsminister, der groß denkt, anpackt und die Probleme löst. Dabei die Menschen mitzunehmen, kann nicht schaden! Ich wünsche Steffen Bilger ein glückliches Händchen. Ehrlich gesagt frage ich mich, warum er nicht gleich Merz’ erste Wahl war?
Kommentar: Der König ist tot, es lebe der König
Die Art und Weise, wie unser Bundeskanzler Friedrich Merz mit dem scheidenden Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder umgegangen ist, war unter aller Kanone! So geht man nicht mit Menschen um – nicht mal, wenn sie nicht das geleistet haben, was man von ihnen erwartet hat.