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Containerschifffahrt: Das heftige Durcheinander wird noch anhalten

Kein Ende des Chaos in der Containerschifffahrt
© Foto: picture alliance / REUTERS

Hapag-Lloyd-Chef Habben Jansen wehrt sich gegen den Vorwurf, die Reedereien würden die Schiffe absichtlich langsamer laufen lassen und kritisiert die vielen Mehrfachbuchungen der Spediteure.


Datum:
26.10.2021
Autor:
Stefanie Schuhmacher
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Hamburg. Container-Knappheit, Corona-Folgen, unpünktliche Schiffe, Havarien wie die „Ever Given“ im Suez-Kanal, Häfen am Limit: Der maritime Welthandel läuft nicht rund. Nach Einschätzung von Hapag-Lloyd-Boß Rolf Habben Jansen wird das einige Zeit noch andauern, wie er jüngst vor Hamburger Wirtschaftsjournalisten darlegte. Natürlich habe das Auswirkungen auf die Preise – mit dem Effekt, dass Hapag-Lloyd im ersten Halbjahr 2021 einen bisher einmaligen Gewinnsprung zu verzeichnen habe. Darüber gab Habben sich gar nicht glücklich: „Hätte lieber etwas weniger Geld verdient, um die Standards nicht zu gefährden.“

Auf mittlere Sicht hoffe er, dass bis zum chinesischen Neujahrsfest in gut drei Monaten die Lage sich normalisiert habe. Hapag-Lloyd habe 30.000 neue Container bestellt, ebenso sechs neue Megacarrier mit 24.000 TEU (Standardcontainer), die allerdings erst ab Frühjahr 2023 zur Verfügung stünden. Bis dahin aber werde im Moment alles, was schwimmen könne - auch kleinere Schiffe – in den Markt geworfen. Die Warennachfrage zu Weihnachten dürfte nach seiner Einschätzung lösbar sein.

"Branche hat noch viel zu verbessern"

Mit Verve stellte Habben als eine der Hauptursachen der Krise die Mehrfachbuchungen bei den Verladern und Spediteuren dar, ausgelöst durch die Riesennachfrage nach Transportkapazitäten. „Von Asien verschiffen wir rund 75.000 TEU pro Woche. Gleichzeitig kommen 600.000 Buchungen herein.“ Darunter sei ein „zweistelliger Prozentsatz“ an Mehrfachbuchungen. Das bringe die Prozesse durcheinander und sei Ursache weiterer Verzögerungen. Hier habe die Branche noch viel zu verbessern.

In diesem Zusammenhang ging Habben auch auf den Spediteursvorwurf ein, die Reedereien würden ihre Schiffe absichtlich langsamer laufen lassen, um Treibstoff zu sparen. Das entbehre jeder Grundlage: „Die Schiffe sind genauso schnell unterwegs wie vor Corona.“ Die einzige Ausnahme gebe es bei überlasteten Zielhäfen; da sei es sinnlos, mit voller Geschwindigkeit in die dort bestehenden Staus zu fahren.

Als weiteren Punkt im Kampf für Beendigung der Krise stellte Habben auch die Hapag-Lloyd-Beteiligung am Tiefwasserhafen Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven dar. Damit gebe es weniger Hafenengpässe bei den inzwischen üblichen Megacarriern mit 24.000 TEU. (cfd)

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