Berlin/Mülheim. Die Deutsche Bahn hat bei der angestrebten Komplettübername des Mülheimer Logistikkonzerns Stinnes weitere Hürden genommen. Der Konzern hat nach eigenen Angaben die für die unternehmerische Führung wichtige Schwelle von 75 Prozent der Stinnes-Anteile überschritten. Auch das Bundesverkehrsministerium habe dem vollständigen Erwerb inzwischen zugestimmt, teilte die Bahn AG am Freitag in Berlin weiter mit. Mit einer kartellrechtlichen Freigabe des Milliarden-Geschäfts rechnet die Bahn bis Ende September. Mit der Übernahme von Stinnes und deren Tochter Schenker für rund 2,5 Milliarden Euro will die Deutsche Bahn im Güterverkehr zu einem führenden Logistikanbieter aufsteigen. An Stinnes mit einem Umsatz von zwölf Milliarden Euro und 42 000 Mitarbeitern war bisher der Energiekonzern E.ON mit rund 65 Prozent beteiligt. Die E.ON AG hatte sich bereits vor Wochen verpflichtet, das Übernahmeangebot der Bahn für ihre Beteiligung anzunehmen. Die Bahn hofft, dass "nun auch die restlichen außen stehenden Aktionäre ihre Aktien zügig zum Kauf anbieten werden". Die Angebotsfrist endet am 27. September um 12.00 Uhr. Das Bahn-Angebot für Stinnes von 32,75 Euro je Aktie enthält nach Bahn-Angaben eine Prämie von 24,5 Prozent bezogen auf den Börsenschlusskurs vom 26. Juni, als die Spekulationen über den Stinnes-Erwerb zunahmen. Am Freitagnachmittag lagen Stinnes leicht im Plus und kosteten 32,54 Euro. Die Aktien bewegen sich seit Anfang Juli nahezu unverändert über dem Niveau von 32 Euro und damit knapp 20 Prozent über dem Durchschnittswert der damals vorangegangenen drei Monate. (vr/dpa)
Bahn nimmt weitere Hürden für Stinnes-Kauf
Bereits über 75 Prozent der Anteile erworben – Angebotsfrist endet am 27. September