„Arctic Sea“-Experte fürchtet um sein Leben

03.09.2009 15:45 Uhr

Angst vor Mordanschlag: Russischer Marineexperte flieht in die Türkei / Wiederholt offizielle Version offen angezweifelt / Geheimdienst-Opertation vermutet

Moskau. Nach Spekulationen um möglichen Waffenschmuggel auf dem finnischer Frachter „Arctic Sea“ hat ein russischer Marineexperte aus Angst vor einem Mordanschlag sein Land verlassen. „Freunde haben mich gewarnt, dass sich einflussreiche Menschen an mir rächen wollen“, sagte Michail Wojtenko am Donnerstag nach Angaben der Agentur Interfax. Er sei daraufhin sofort in die Türkei geflogen. „Man hat mir empfohlen, mich drei, vier Monate etwas weiter von Russland entfernt aufzuhalten“, sagte der Betreiber einer Internetseite. Wojtenko hatte in dem mysteriösen Fall wiederholt die offizielle Version angezweifelt, laut der die „Arctic Sea“ von Piraten gekapert wurde und nur Holz an Bord hatte. „Die ganze Geschichte riecht nach einer Geheimdienst-Operation“, meint der 51-Jährige. Wojtenko verfolgt als Herausgeber des Seeinformationsdienstes des russischen Frachtunternehmens „Sowfracht“ den Fall wie kaum ein anderer. Die „Arctic Sea“ war Mitte August von russischen Kriegsschiffen vor Westafrika aufgegriffen worden, nachdem sie drei Wochen offiziell als vermisst gegolten hatte. Acht mutmaßliche Piraten und elf russische Seeleute wurden nach Moskau geflogen. Militärexperten vermuten, dass an Bord Marschflugkörper aus sowjetischer Produktion geschmuggelt worden sein könnten. Das russische Außenministerium wies die Spekulationen erneut zurück. Die Behörden in Moskau handelten „transparent und im völligen Einklang mit internationalen Gesetzen“, sagte Außenamtssprecher Andrej Nesterenko am Donnerstag. Nach Angaben des Unternehmens „Sowfracht“ hat sich erstmals der Kapitän des Schiffes wieder gemeldet, das derzeit von der russischen Kriegsmarine in den Schwarzmeerhafen Noworossijsk geschleppt wird. Der Seemann habe per Mobiltelefon kurz mitgeteilt, dass es ihm und drei weiteren russischen Seeleuten an Bord gut gehe, sagte ein „Sowfracht“- Sprecher. Die anderen elf Besatzungsmitglieder sind inzwischen wieder bei ihren Familien. (dpa)

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.