Das auf Speditionsprozesse spezialisierte KI-Start-up 5U AI mit Hauptsitz in München hat in einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde 3,2 Millionen US-Dollar eingeworben. Gründer des Unternehmens sind die beiden TUM-Absolventen Yagiz Abik und Fehmi Şener. Die Mittel sollen in die Weiterentwicklung der Software sowie den Ausbau des Geschäfts in Europa fließen. Angeführt wurde die Finanzierungsrunde vom Investor Emerge Capital.
Das Unternehmen entwickelt KI-gestützte Software für Speditionen, Carrier und Logistikdienstleister. Nach Angaben von 5U AI kann die Lösung operative Aufgaben wie Angebotserstellung, Buchungen, Sendungsverfolgung, Rechnungsabgleich oder Dateneingabe übernehmen. Zum Einsatz kommen dabei mehrere spezialisierte KI-Agenten, die innerhalb bestehender Frachtsysteme arbeiten.
Software dokumentiert laut 5U AI die Entscheidungswege
Von klassischen Automatisierungslösungen abgrenzen will sich das Unternehmen durch einen zusätzlichen Ansatz: Die Software dokumentiert nach eigenen Angaben die Entscheidungswege hinter einzelnen Prozessschritten. Dadurch sollen Unternehmen nachvollziehen können, warum bestimmte Entscheidungen getroffen wurden und dieses Wissen für spätere Vorgänge nutzbar machen.
Für Speditionen zielt das Konzept auf einen Bereich, in dem viele Abläufe noch stark von Erfahrungswissen einzelner Mitarbeiter abhängen. Informationen und Entscheidungen würden häufig in E-Mails, Tabellen oder persönlichen Kenntnissen von Disponenten und Sachbearbeitern verbleiben, argumentiert das Unternehmen.
Die Software wird nach Unternehmensangaben bereits bei Spediteuren und Carriern in Europa eingesetzt. Als Referenzkunde nennt 5U AI den Logistikdienstleister TCI International Logistics.