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Auch europäische Fluggesellschaften bleiben von den steigenden Ölpreisen nicht verschont

©dapd/Martin Oeser

Steigende Ölpreise senken Gewinn bei Airlines

Die Luftfahrtbranche muss in diesem Jahr mit deutlichen Gewinnrückgängen rechnen.

Genf. Die weltweiten Aussichten für die Luftfahrtbranche sind nach Einschätzungen des Internationalen Luftfahrtverbands (IATA) noch trüber als bislang angenommen. Hauptgrund sind die steigenden Ölpreise: Demnach müssen die Fluggesellschaften in diesem Jahr weltweit mit drastisch sinkenden Gewinnen rechnen: Statt 3,5 Milliarden US-Dollar, wie noch im Dezember prognostiziert, dürfte die Branche 2012 nur noch 3,0 Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) verdienen, sagte IATA-Chef Tony Tyler am Dienstag in Genf. Das wären fast zwei Drittel weniger als die 7,9 Milliarden Dollar aus dem Vorjahr.

Zwar sei die Krise in der Eurozone gebremst, doch nun hätten die Fluglinien mit immens hohen Preisen für Kerosin zu kämpfen, sagte Tyler. Der Luftfahrtverband geht mittlerweile von einem Anstieg des durchschnittlichen Ölpreises auf 115 US-Dollar pro Barrel aus, anstatt der ursprünglich erwarteten 99 US-Dollar pro Barrel. Angesichts knapper Gewinnspannen brauche es keinen großen Schock, um die Branche in die roten Zahlen zu reißen. „2012 wird ein hartes Jahr für die Fluglinien“, so Tyler.

Beim Angebot steuern die Airlines gegen die steigenden Kosten: Die Kapazitäten (Passage und Cargo) werden im Jahr 2012 gemäß veröffentlichter Flugpläne insgesamt um 3,2 Prozent wachsen und liegen damit unter den 3,6 Prozent Wachstum, die für die Nachfrage prognostiziert wurden. Dank eines strengender Kapazitätsmanagement und der Stabilisierung der Frachtmärkte im 4. Quartal 2011 rechnet die Branche diese Jahr im Passagier- und Frachtgeschäft trotz der gestiegenen Treibstoffkosten mit einem Anstieg der Erträge von zwei Prozent.

 Für Europas Fluggesellschaften hat die IATA weiterhin wenig Hoffnung parat. Die hiesigen Unternehmen von Air France-KLM über Ryanair bis zu Air Berlin und Lufthansa dürften zusammen unverändert einen Verlust von 600 Millionen Dollar verbuchen. Damit hielt der Verband seine Prognose vom Dezember aufrecht. Schlechter als bislang dürfte es für die Gesellschaften in Nordamerika laufen: Für sie korrigierte Tyler die Gewinnprognose von 1,7 Milliarden auf 900 Millionen Dollar nach unten.

Bessere Geschäfte erwartet die IATA hingegen im Nahen Osten: In der Heimat von Fluglinien wie Emirates und dem neuen Air-Berlin-Partner Etihad dürfte der Branchengewinn statt 300 Millionen nun 500 Millionen erreichen. Im Raum Asien-Pazifik rechnet der Verband mit Profiten von 4,8 Milliarden Dollar - rund anderthalb mal so viel wie im Dezember prognostiziert. (dpa/bw)

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