Der Bund hat im Jahr 2024 insgesamt 16,14 Milliarden Euro in die Verkehrsinfrastruktur investiert. Das geht aus dem aktuellen Verkehrsinvestitionsbericht 2024 hervor. Die Mittel flossen in Schienenwege, Bundesfernstraßen und Wasserstraßen – jeweils für Neubau, Ausbau und Erhalt.
Für die Logistik zeigt der Bericht: Die staatlichen Investitionen bleiben einer der zentralen Hebel für Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit der Transportnetze in Deutschland.
Schiene bleibt zentraler Investitionsschwerpunkt
Ein wichtiger Teil der Mittel entfiel auf den Ausbau und die Modernisierung der Bundesschienenwege. Für Neu- und Ausbauprojekte standen im Rahmen des Bedarfsplans rund 2,37 Milliarden Euro zur Verfügung.
Zusätzlich investiert der Bund über die Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV III) kontinuierlich in das bestehende Netz. Für den Zeitraum 2020 bis 2029 sind jährlich durchschnittlich über 5,2 Milliarden Euro vorgesehen – insbesondere für Ersatzinvestitionen und Instandhaltung.
Auch der Kombinierte Verkehr (KV) wird gezielt gefördert:
Bis Ende 2024 wurden rund 794,3 Millionen Euro für 63 Umschlaganlagen im Schiene‑Straße‑Verkehr bewilligt. Allein 2024 lag das Fördervolumen bei rund 97,5 Millionen Euro.
Straßenbau: Hohe Ausgaben, Fokus auf Erhalt
Im Bereich der Bundesfernstraßen beliefen sich die Ausgaben zuletzt auf 12,9 Milliarden Euro, davon rund 9,7 Milliarden Euro für Investitionen. Einen Schwerpunkt bildet weiterhin die Instandhaltung bestehender Infrastruktur.
Für den Erhalt wurden 2024 insgesamt 5,87 Milliarden Euro ausgegeben:
- 4,28 Milliarden Euro für Autobahnen
- 1,59 Milliarden Euro für Bundesstraßen
Beim Ausbau lag das Volumen deutlich niedriger:
- 15 Kilometer neue Autobahnen
- 49 Kilometer Erweiterung auf mindestens sechs Spuren
- 19 Kilometer neue oder ausgebaute Bundesstraßen
Ende 2024 befanden sich zudem umfangreiche Projekte im Bau, darunter über 170 Kilometer neue Autobahnstrecken sowie mehr als 200 Kilometer Erweiterungen.
Wasserstraßen: Investitionen in Engpassbeseitigung
Für die Bundeswasserstraßen wurden im Jahr 2024 insgesamt 1,77 Milliarden Euro aufgewendet. Davon entfielen 1,38 Milliarden Euro auf Investitionen, insbesondere in:
- Erhalt und Ersatz bestehender Infrastruktur (rund 902 Mio. Euro)
- Neu- und Ausbauprojekte (ca. 301 Mio. Euro)
Gerade für die Binnenschifffahrt und den Hinterlandverkehr sind diese Investitionen entscheidend, um Kapazitäten zu sichern und Engpässe zu reduzieren.
Infrastruktur bleibt Schlüssel für Logistikleistung
Der Bericht zeigt deutlich: Der Schwerpunkt liegt weiterhin auf der Modernisierung bestehender Netze, weniger auf großem Neubau. Für die Logistikbranche bedeutet das:
- Verbesserung der Zuverlässigkeit bestehender Verkehrsachsen
- zugleich weiterhin Engpässe durch begrenzten Ausbau
- steigende Bedeutung von Schiene und Wasserstraße im Modal Mix
Damit bleibt die Infrastruktur einer der entscheidenden Faktoren für Kosten, Planbarkeit und Effizienz im Güterverkehr.