Milliardenstreit um Leverkusener Rheinbrücke

30.06.2026 08:58 Uhr | Lesezeit: 3 min
Leverkusener Rheinbrücke: Neue Sperren
Der Neubau der A1‑Rheinbrücke soll 2028 fertig sein
© Foto: picture alliance/dpa | Roberto Pfeil

Der Neubau der Leverkusener Rheinbrücke soll 2028 fertig sein. Ein Rechtsstreit um den Auftrag birgt jedoch ein Milliardenrisiko.

Neubau der Leverkusener Rheinbrücke schreitet voran

Der Neubau der Leverkusener Rheinbrücke auf der A1 soll nach aktuellen Planungen Mitte 2028 abgeschlossen werden. Das Großprojekt umfasst zwei parallele Brückenbauwerke, von denen eines bereits in Betrieb ist.

Parallel zur Bauphase sorgt jedoch ein langjähriger Rechtsstreit um eine Auftragskündigung weiterhin für Unsicherheit.

Milliardenrisiko durch juristischen Konflikt

Im Mittelpunkt steht die Kündigung eines Bauauftrags im Jahr 2020. Der damalige Auftragnehmer und die Bundesrepublik führen seit mehreren Jahren einen Rechtsstreit, der aktuell vor dem Landgericht Köln verhandelt wird.

Dabei geht es um erhebliche Summen:

  • der Bund fordert Schadensersatz in dreistelliger Millionenhöhe
  • das Bauunternehmen erhebt Gegenansprüche in ähnlicher Größenordnung

In der politischen Diskussion wird insgesamt ein finanzielles Risiko von bis zu einer Milliarde Euro für möglich gehalten.

Kündigung weiter umstritten

Die damalige Entscheidung zur Vertragskündigung wird von politischer Seite weiterhin verteidigt. Grundlage waren laut Darstellung der Verantwortlichen erhebliche Mängel an Bauteilen, die einen vertragsgerechten Einsatz infrage gestellt hätten.

Aus Sicht der Auftraggeber wäre eine Nachbesserung nicht ausreichend gewesen, weshalb der Auftrag gestoppt wurde.

Gleichzeitig wird im politischen Raum hinterfragt, ob die Kündigung rechtlich vollständig abgesichert war.

Gericht soll Ansprüche klären

Das Verfahren vor dem Landgericht Köln läuft bereits seit 2021 und gilt als komplex. Die umfangreichen Unterlagen umfassen zehntausende Seiten.

In einem anstehenden Termin soll zunächst geklärt werden, ob und in welcher Form grundsätzliche Ansprüche bestehen. Eine endgültige Entscheidung könnte sich daher noch hinziehen.

Bauprojekt bleibt auf Kurs

Unabhängig vom Rechtsstreit laufen die Bauarbeiten weiter. Aktuell wird die zweite Brücke errichtet, wobei wichtige Bauphasen in den kommenden Jahren geplant sind.

Die neue Rheinbrücke ist ein zentrales Infrastrukturprojekt, da die A1 zu den wichtigsten Verkehrsachsen in Deutschland zählt.


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