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KfW-Monitoring: Hürden für KMU bei der Nachfolgeregelung

16 Prozent der Unternehmen streben laut KfW-Nachfolgemonitoring Mittelstand bis Ende 2025 eine Nachfolgelösung an (Symbolbild)
© Foto: Bojan/stock.adobe.com

Rund 125.000 kleine und mittlere Unternehmen steuern bis Ende 2025 auf eine unfreiwillige Stilllegung zu.


Datum:
10.06.2022
Autor:
Marie Christin Wiens
Lesezeit:
3 min
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„Das KfW-Nachfolgemonitoring des Mittelstands zeigt: Die Hürden der Unternehmensnachfolge sind hoch. Viele Unternehmen haben kurz vor dem angestrebten Übergabezeitpunkt noch keine geeigneten Nachfolgerinnen oder Nachfolger gefunden“, sagt Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW.

Nachfolge könnte bei 12 Prozent scheitern

Sowohl die kurz- als auch die langfristig angestrebten Übergaben laufen Gefahr nicht realisiert werden zu können, wie die Bankengruppe weiter mitteilt. Aktuell müssen zwölf Prozent der Unternehmen, die eine Übergabe in den nächsten zwei Jahren planen, mit dem Scheitern rechnen.

KfW Research hat das „KfW-Nachfolgemonitoring Mittelstand 2021“ veröffentlicht. Datenbasis ist das KfW-Mittelstandspanel und ergänzend der KfW-Gründungsmonitor.

16 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) streben nach den Ergebnissen des Monitorings bis Ende 2025 eine Nachfolgelösung an. Unter diesen zirka 600.000 Betrieben, die eine Übergabe planen, steuern rund 125.000 auf eine unfreiwillige Stilllegung oder zumindest eine erhebliche Verzögerung zu, wie die KfW weiter ausführt. Der Grund, den die Bank sieht: Sie seien bei der Vorbereitung und konkreten Suche noch nicht weit genug fortgeschritten.

„Angesichts des demographischen Wandels und der damit schwindenden möglichen Nachfolgenden wird eine frühe und mehrgleisige Planung immer wichtiger, um unfreiwillige Stilllegungen zu verhindern“, rät Köhler-Geib.

Den geeigneten Kandidaten finden

Bei einer Nachfolgelösung gibt es verschiedene Hürden. Die von den Unternehmen im Monitoring mit Abstand am häufigsten genannte Hürde ist die Schwierigkeit, geeignete Nachfolgekandidaten zu finden.

Dies äußerten 76 Prozent der Befragten. Die Nachfolgelücke liegt laut Bankengruppe zum einen im demografischen Wandel, zum anderen in dem seit Jahren geringen Gründungsinteresse begründet.

Über den Kaufpreis einigen

Schwierigkeiten bei der Kaufpreiseinigung nennen 36 Prozent der befragten Unternehmen als zweithöchste Hürde.

Sowohl die rechtliche Komplexität als auch die bürokratischen Hindernisse sieht je gut ein Viertel der Unternehmen als problematisch. Während die rechtlichen Herausforderungen mit der Unternehmensgröße zunehmen, sehen insbesondere kleinere Unternehmen die bürokratischen Pflichten als Hürden.

Unterschiedliche Themen je nach Stadium

Auch das Stadium des Nachfolgeprozesses hat Auswirkungen darauf, wie die Unternehmen die Belastungen wahrnehmen. Während sie die Suche nach einem geeigneten Nachfolger insbesondere in der frühen Planungsphase als Hürde sehen, sind die rechtlichen und bürokratischen Pflichten eher im fortgeschrittenen Nachfolgeprozess ein Hemmnis.

Ebenso spielt die Nachfolgevariante eine Rolle: Unternehmen, die eine Familiennachfolge anstreben nennen mit 32 Prozent rechtliche und mit 34 Prozent bürokratische Hürden etwas häufiger als ein Problem als Unternehmen mit externen Nachfolgeplänen. Diese geben rechtliche Hürden mit 23 und bürokratische mit 22 Prozent an.

Externe Nachfolgelösung mit höheren Hürden

Streben die Unternehmen eine externe Nachfolgelösung an, erscheinen die Hürden insgesamt höher. So nennen KMU, die eine Familiennachfolge anstreben, das Problem der passenden Nachfolge mit 62 Prozent weniger häufig als die Unternehmen, für die ein externer Verkauf in Frage kommt (87 Prozent).

Die Einigung auf einen Kaufpreis ist bei externer Nachfolge häufiger ein Problem – 57 Prozent gegenüber 30 Prozent bei Familiennachfolge. Die Verfügbarkeit von Gründungsfinanzierung rückt laut Chefvolkswirtin Köhler-Geib stärker in den Fokus, denn externe Übergabegründungen benötigen öfter Finanzmittel als Neugründungen.

Gründer mit Bedenken

„Übernahmegründerinnen und -gründer haben auch überdurchschnittlich häufig Bedenken wegen der finanziellen Risiken ihrer Selbstständigkeit. Hier liegt ein wichtiger Ansatzpunkt für die Unterstützung der Gründungs- und Nachfolgeaktivität.“

Die aktuellen Analysen des Nachfolge-Monitorings stützen sich auf Daten von rund 4.600 Unternehmen, die in der jüngsten 19. Welle des KfW-Mittelstandspanels erstmals teilgenommen haben. Die Befragung fand vom 15. Februar bis 25. Juni 2021 statt.

Der KfW-Gründungsmonitor basiert auf Angaben von 50.000 zufällig ausgewählten, in Deutschland ansässigen Personen. Die hier ausgewertete Welle hat die Bankengruppe im zweiten Halbjahr 2020 erhoben. (mwi)

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