Haushalt 2027: Bund plant 135 Milliarden Euro für Infrastruktur

07.07.2026 08:27 Uhr | Lesezeit: 3 min
Contaienr wird von einem Kran von einem Güterzug auf ein Binnenschiff geladen
Verkehrshaushalt setzt Fokus auf Schienenausbau und Wasserstraßen
© Foto: Contargo

Bis 2030 will der Bund 135,5 Milliarden Euro in Verkehrswege investieren. Der Schwerpunkt liegt auf Schiene und Infrastrukturmodernisierung.

Bund plant Milliardeninvestitionen in Verkehrswege bis 2030

Die Bundesregierung will in den kommenden Jahren umfangreiche Mittel für den Ausbau und die Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur bereitstellen. Nach dem aktuellen Haushaltsentwurf des Bundesverkehrsministeriums sollen bis 2030 insgesamt rund 135,5 Milliarden Euro in Straßen, Schienen und Wasserwege fließen.

Der größte Anteil entfällt dabei auf die Schiene, gefolgt von Straßenprojekten und Investitionen in die Wasserstraßen.

Mehr als die Hälfte kommt aus Sondervermögen

Finanziert werden die Maßnahmen aus unterschiedlichen Quellen. Ein erheblicher Teil der Mittel stammt aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität. Weitere Gelder kommen aus dem Etat des Verkehrsministeriums sowie aus dem Verteidigungshaushalt.

Letzteres hängt mit der strategischen Bedeutung bestimmter Verkehrswege zusammen, die auch für militärische Mobilität relevant sind. Neu ist, dass künftig auch Wasserstraßen verstärkt über das Sondervermögen finanziert werden sollen.

Kürzungen im kommenden Jahr

Trotz der langfristig hohen Investitionen sieht der Haushaltsentwurf für das kommende Jahr zunächst geringere Ausgaben vor. Hintergrund sind Einsparvorgaben innerhalb der Bundesregierung.

Nach Angaben des Verkehrsministeriums sollen die Investitionen 2027 im Vergleich zu den bisherigen Planungen um rund 1,2 Milliarden Euro niedriger ausfallen.

Mit den Kürzungen sollen unter anderem andere politische Maßnahmen gegenfinanziert werden.

Schienenausbau erhält zusätzliche Mittel

Für Neu- und Ausbauprojekte im Bahnnetz sind bis 2030 zusätzliche Mittel vorgesehen. Damit könnten ausgewählte Projekte weiterverfolgt werden, die über die reine Sanierung bestehender Infrastruktur hinausgehen.

Zu den Vorhaben zählt unter anderem die geplante Neubaustrecke zwischen Hamburg und Hannover, über die allerdings noch parlamentarisch entschieden werden muss.


Fokus bleibt auf Modernisierung

Der Schwerpunkt der Investitionen liegt weiterhin auf der Sanierung und Modernisierung bestehender Infrastruktur. Hintergrund sind die bekannten Probleme im deutschen Verkehrsnetz, insbesondere bei der Bahn.

Ziel ist es,

  • die Zuverlässigkeit der Verkehrswege zu erhöhen,
  • Engpässe zu beseitigen,
  • und die Leistungsfähigkeit des Netzes langfristig zu verbessern.


Bedeutung für Transport und Logistik

Für die Logistikbranche sind die geplanten Investitionen von zentraler Bedeutung. Der Ausbau von Schienen-, Straßen- und Wasserwegen gilt als Voraussetzung für leistungsfähige Lieferketten und einen wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort.

Gleichzeitig zeigt der Haushaltsentwurf, dass die Mittel trotz hoher Gesamtsummen begrenzt bleiben und Prioritäten gesetzt werden müssen. Entscheidend wird sein, wie schnell die angekündigten Projekte tatsächlich umgesetzt werden können.


Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder: Rund 33,7 Milliarden Euro investieren wir in unsere Infrastruktur

„Deutschland steht vor großen haushaltspolitischen Herausforderungen, auch bei den Verkehrsinvestitionen. Deshalb haben wir einen klaren Auftrag aus dem Koalitionsvertrag: Wir müssen den Sanierungsstau beheben, gezielt in Neu- und Ausbau investieren und das schneller und effizienter als je zuvor.

Mit dem beschlossenen Bundeshaushalt ist es uns gelungen, trotz des Konsolidierungsdrucks weiterhin auf einem hohen Niveau in unsere Verkehrsinfrastruktur zu investieren. Mit dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) haben wir bereits im vergangenen Jahr eine zentrale Grundlage für gezielte Investitionen in den Erhalt und die Digitalisierung unserer Infrastruktur geschaffen. Das setzen wir konsequent fort und finanzieren ab dem Jahr 2027 auch den Erhalt der Wasserstraßen aus dem SVIK.

Insgesamt stehen in dieser Legislaturperiode (2025-29) rund 170 Milliarden Euro für Verkehrsinvestitionen bereit. Damit halten wir die dringend notwendigen Investitionen bis 2030 mit rund 33 Milliarden Euro auf hohem Niveau.

Im Jahr 2027 investieren wir rund 33,7 Milliarden Euro in die Verkehrsinfrastruktur. Damit stehen fast 640 Millionen Euro mehr für Verkehrsinvestitionen zur Verfügung als in der vorausgegangenen Finanzplanung vorgesehen.

Für die Schiene stehen im Jahr 2027 rund 20,8 Milliarden Euro zur Verfügung, für die Bundesfernstraßen rund 11,2 Milliarden Euro und für die Wasserstraßen rund 1,7 Milliarden Euro. Damit arbeiten wir am Comeback der Infrastruktur. Mein Motto für diese Legislatur heißt: Endlich Baustelle.“




Mit dem VerkehrsRundschau-Newsletter immer auf dem neuesten Stand

Von Montag bis Freitag bekommen Sie unser Mittags-Update mit aktuellen Nachrichten aus der Transport- und Logistikbranche kostenfrei in Ihr E-Mail-Postfach. Zusätzlich bekommen Sie immer samstags digitale VR-Post mit den Wochen-Highlights. Den VR-Newsletter können Sie hier gratis abonnieren.

Sie haben ein Sie haben Fragen, Anregungen oder ein konkretes Anliegen? Dann schreiben Sie uns gerne an das VerkehrsRundschau-Postfach unter verkehrsrundschau@tecvia.com


HASHTAG


#Bundesregierung

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.