Umfrage: Immer mehr Unternehmen überlegen künftigen Kauf von E-Lkw

10.02.2026 11:46 Uhr | Lesezeit: 1 min
Spedition Rothermel E-Lkw Ladestation
Praktische Erfahrungen mit dem Einsatz von E-Lkw ermöglichen laut Öko-Institut realistische Einschätzungen zu Betrieb und Kosten. Es hat eine Umfrage zum Thema Antriebswende in der Logistik durchgeführt. Demnach steigt die Akzeptanz. Die Spedition Rothermel zum Beispiel (im Bild) hat 2025 die ersten Elektro-Lkw in Betrieb genommen (Symbolbild)
© Foto: Edgar Rothermel Internationale Spedition GmbH

Das Öko-Institut befragte 200 Logistikunternehmen zum Einsatz von E-Lkw. Grundsätzlich steigt die Akzeptanz, allerdings bremsen laut der Umfrage unter anderem Wissenslücken das Thema noch aus.

Welche Antriebstechnologie wird im Straßengüterverkehr künftig eine Rolle spielen? Welche Rolle spielt die E-Lkw-Mautbefreiung für die Gesamtbetriebskosten? Überlegt das Unternehmen, einen E-Lkw anzuschaffen? Wo liegen Hemmnisse? Diese Fragen stellte das Öko-Institut mehr als 200 Logistikunternehmen, die im Nah-, Regional- oder Fernverkehr tätig sind.

Ein Ergebnis: die Akzeptanz steigt, aber es bestehen noch Wissenslücken und Hemmnisse. E-Lkw würden zunehmend als zentrale Technologie für die Antriebswende wahrgenommen, erklären die Forscher, die eine ähnliche Umfrage schon 2021 durchgeführt haben.

2030: Batterieelektrische Lkw vor Wasserstoff

So zeigt sich in der aktuellen Befragung ein klarer Wandel in der Sichtweise zu Wasserstoff-Lkw. Weniger als die Hälfte der Unternehmen erwarten aktuell, dass Wasserstoff-Lkw bis 2030 als Standard oder zumindest teilweise im Einsatz sein werden. 2021 waren es noch rund 80 Prozent.

Mit 77 Prozent geht die Mehrzahl der aktuell befragten Unternehmen davon aus, dass batterieelektrische Lkw bis zum Jahr 2030 entweder als Standard (25 Prozent) oder zumindest teilweise (52 Prozent) im Einsatz sein werden. 2021 rechneten fünf Prozent mit einem standardmäßigen Einsatz von E-Lkw bis 2030.

Wissenslücken bremsen den Hochlauf

Allerdings sehen die Forscher unter anderem eine Herausforderung: „Es bestehen teils noch erhebliche Wissensdefizite bei Anwendern hinsichtlich zentraler technischer, regulatorischer und ökonomischer Planungsgrößen“, sagt Florian Hacker, stellvertretender Bereichsleiter Ressourcen & Mobilität am Öko-Institut.

Demnach konnte weniger als ein Drittel der befragten Unternehmen die Mautbefreiung für emissionsfreie Lkw korrekt einordnen. Dabei habe die Maut einen wichtigen Einfluss auf die Gesamtbetriebskosten, wie das Öko-Institut weiter mitteilt. Mit 61 Prozent hat mehr als die Hälfte der Unternehmen die Gesamtnutzungskosten eines E-Lkws bislang nicht mit denen eines Diesel-Lkws verglichen.

Auch bei infrastrukturellen Grundlagen gebe es Wissenslücken: Zwei Drittel der Unternehmen mit eigenem Depot kennen die verfügbare Netzanschlusskapazität ihrer Standorte nicht.

Der Vergleich mit sogenannten Early-Adopter-Unternehmen zeige, dass praktische Erfahrung realistische Einschätzungen ermöglichen. Es sei wichtig, Wissensdefizite zu den finanziellen und technischen Rahmenbedingungen von E-Lkw abzubauen, um den Markthochlauf voranzubringen.

Hemmnis Ladeinfrastruktur

Laut der Befragung beschäftigt sich die Mehrheit mit der Frage, einen batterieelektrischen Lkw anzuschaffen. Ein wichtiger Faktor sind dabei auch die Standzeiten. Bei der großen Mehrheit der Fahrzeuge würde diese bei den Befragten für eine regelmäßige Batterieladung ausreichen, so die Forscher.

Zugleich sehen sie aufgrund der Befragung die Ladeinfrastruktur weiter als ein zentrales Hemmnis. Jedes zweite Unternehmen nennt fehlende öffentliche Ladepunkte als Grund, keine E-Lkw zu beschaffen.

Rund ein Viertel der Unternehmen mit einem eigenen Depot plant zudem Investitionen in eine eigene Ladeinfrastruktur. Für die Befragung hat das Öko-Institut eigenen Angaben zufolge eine quotierte Stichprobe genutzt, die die sich an Entscheider richtete und die Logistikbranche nach Unternehmensgröße abbildet.


HASHTAG


#E-Lkw

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