MAN und Arbeitnehmerseite erzielen Einigung zu Stellenabbau

16.01.2026 09:05 Uhr | Lesezeit: 5 min
MAN Lkw Produktion München
Der Lkw-Bauer MAN, hier die Produktion in München, wird in den nächsten Jahren massiv Stellen abbauen
© Foto: MAN Truck & Bus

MAN und IG Metall haben sich nach intensiven Verhandlungen auf Investitionen in deutsche Standorte und eine langfristige Beschäftigungssicherung geeinigt. Der geplante Abbau von 2300 Stellen bleibt aber bestehen.

Knapp zwei Monate nachdem der Bus- und Lastwagenhersteller MAN den Abbau von 2300 Jobs in Deutschland angekündigt hat, gibt es eine Einigung mit der Arbeitnehmerseite.

Beschäftigungssicherung bis mindestens 2035

Unter anderem verspricht das zu Volkswagen gehörende Unternehmen, bis Ende 2030 fast eine Milliarde Euro in deutsche Standorte zu investieren. Zudem wurde eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2035 vereinbart, die - abhängig von der Entwicklung des Unternehmens – bis 2040 verlängert werden kann. Betriebsbedingte Kündigungen werden ausgeschlossen.

Standorte München, Salzgitter und Nürnberg betroffen

MAN hatte im November angekündigt, über zehn Jahre hinweg 2300 Jobs abbauen zu wollen. Schon damals hatte das Unternehmen Beschäftigungssicherung und den Erhalt der Produktionsstandorte in Deutschland angeboten und angekündigt, auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten zu wollen. Betroffen vom Abbau sind der Hauptstandort München mit 1300 wegfallenden Jobs, Salzgitter mit 600 und Nürnberg mit 400.

„Nach teils sehr kontroversen Gesprächen, die mehrfach vor dem Scheitern standen, konnten wir mit dem Unternehmen eine belastbare Beschäftigungssicherung für 10 Jahre vereinbaren“, sagt die Verhandlungsführerin der Arbeitnehmerseite, Sibylle Wankel von der IG Metall. Zudem blieben alle tariflichen Leistungen erhalten. 

MAN-Chef Alexander Vlaskamp sprach von einem ausgewogenen Programm, das die Wettbewerbsfähigkeit von MAN sichere. "Wir werden nun das langfristig orientierte Programm ,MAN2030+‘ konsequent umsetzen, um damit dem sich verschärfenden Wettbewerb, den sich ändernden Marktbedingungen und den großen regulatorischen Risiken frühzeitig zu begegnen.“ Konkret will das Unternehmen bis 2028 die Kosten um 900 Millionen Euro senken. 

Kritik an Investitionsverlagerung nach Osteuropa

Teil der Maßnahmen ist allerdings auch, dass wesentliche Investitionen für die nächste Fahrzeuggeneration in Osteuropa vorgenommen werden. Dies sieh die IG Metall kritisch, weil sie eine weitere Abwanderung dorthin befürchtet.

Einigung für Salzgitter steht noch aus

Das in München erzielte Eckpunktepapier gilt offenbar aber bisher nicht für den Standort Salzgitter. Anders als in München und Nürnberg gebe es hierzu laut IG Metall bisher keine Einigung. MAN hatte zuvor angekündigt, in Salzgitter 600 Stellen abzubauen. Vor diesem Hintergrund halte die IG Metall an ihrer Einladung zu Verhandlungen am 29. Januar 2026 in Salzgitter fest.

„Ohne eine verlässliche Zusage über das Jahr 2030 hinaus gibt es keinen Abschluss - und wir werden den Verhandlungstisch nicht verlassen, bevor diese Frage beantwortet ist“, sagte Markus Hulm, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Salzgitter-Peine, laut Mitteilung.

HASHTAG


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