E-Lkw-Ladesäulen: Pilotprojekt testet reservierbare Ladeslots

22.06.2026 09:28 Uhr | Lesezeit: 3 min
MAN-Standorte testen Reservierung für Ladesäulen
MAN-Standorte testen Reservierung für Ladesäulen
© Foto: MAN Trucks

Ein Pilotprojekt macht Ladepunkte für E‑Lkw erstmals reservierbar. Ziel ist mehr Planungssicherheit im täglichen Logistikbetrieb.

Die Elektrifizierung des Straßengüterverkehrs erfordert neue Lösungen für die Nutzung von Ladeinfrastruktur. Ein Pilotprojekt von Fryte Mobility, Traton Charging Solutions und MAN Charge & Go setzt hier an: Erstmals werden Ladepunkte an mehreren MAN‑Standorten gezielt reservierbar gemacht.

Der Test läuft derzeit in München, Dachau und Nürnberg.

Ladeinfrastruktur wird planbar

Im Rahmen des Projekts können beteiligte Speditionen Ladepunkte vorab über eine Plattform buchen. Die Disposition integriert die Ladevorgänge direkt in die Transportplanung und reserviert verbindliche Zeitfenster.

Beteiligte Unternehmen sind:

  • Kloiber
  • Johann Dettendorfer Spedition
  • Jan de Rijk Logistics
  • Schachinger Logistik

Damit wird ein zentrales Problem adressiert: die fehlende Planbarkeit von Ladeinfrastruktur im täglichen Betrieb.


Integration in bestehende Logistikprozesse

Die technische Umsetzung erfolgt über eine Schnittstelle zwischen der Plattform und der Ladeinfrastruktur. So entsteht ein integrierter Prozess:

  • Planung des Transports
  • Reservierung eines Ladeslots
  • Nutzung der Ladepunkte vor Ort

Für Flottenbetreiber bedeutet das mehr Planungssicherheit und eine bessere Abstimmung zwischen Fahrbetrieb und Energieversorgung.



Abstimmung von Energie und Betrieb

Die Ladepunkte befinden sich in den Anlieferzonen der Werke. Gerade im getakteten Zulieferverkehr ist es entscheidend, dass Lademöglichkeiten zuverlässig verfügbar sind.

Durch definierte Buchungsregeln, etwa zu:

  • Zeitfenstern
  • Öffnungszeiten
  • und Flexibilitäten

wird die Nutzung der Infrastruktur an industrielle Abläufe angepasst.


Zugang und Abrechnung integriert

Für Authentifizierung und Abrechnung kommt eine Ladekarte zum Einsatz. Fahrer können damit die reservierten Ladevorgänge direkt vor Ort freischalten.

Die Kombination aus:

  • Reservierungssystem
  • Ladeinfrastruktur
  • und Abrechnungslösung

bildet erstmals einen durchgängigen operativen Ablauf für das Laden im Werksverkehr.



Schritt in Richtung skalierbarer E‑Lkw-Logistik

Das Projekt zeigt, dass nicht nur Ladeleistung, sondern vor allem der organisierte Zugang zu Ladepunkten entscheidend für den Einsatz von E‑Lkw ist.

Für die Branche wird deutlich:

  • Ladeinfrastruktur muss integrierter Teil der Disposition werden
  • Interoperabilität zwischen Systemen gewinnt an Bedeutung
  • und planbare Ladeprozesse sind Voraussetzung für Skalierung

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