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Aufbauhersteller: Hilferuf an die Bundesregierung

Die Produktion von Aufbauten werde für die Aufbauhersteller zunehmend zum wirtschaftlichen Risiko, warnt der Verband ZKF (Symbolbild)
© Foto: MAN Truck & Bus

Die mittelständischen Hersteller von Nutzfahrzeugaufbauten haben sich mit einem Appell an die Bundesregierung gewandt. Der Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik fürchtet, dass viele Unternehmen die derzeitige Krise nicht überstehen.


Datum:
10.10.2022
Autor:
Thomas Burgert
Lesezeit:
6 min
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Der Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) hat sich mit einem Hilferuf an die Politik gewandt. Die Produktion von Aufbauten werde in der aktuellen Situation zu „einem wirtschaftlichen Risiko für Aufbauhersteller“. Die ZKF-Mitgliedsbetriebe – der Verband vertritt nach eigener Aussage rund 500 von über 1000 mittelständischen Aufbauherstellern – hätten gefüllte Auftragsbücher und hielten personelle und materielle Kapazitäten vor, könnten jedoch (unverschuldet) nicht produzieren, weil sich die Lieferung von Fahrgestellen von circa drei Monaten auf bis zu 24 Monaten verlängert habe, so der Verband.

Die aktuell stark steigenden Kosten für Material und Energie und die voraussichtlich erhöhten Lohnkosten auf Grund der vorstehenden Tarifverhandlungen „nehmen unseren Unternehmen die Luft“, warnte der Verband. Durch die verzögerten und unkalkulierbaren Lieferzeiten für Lkw-Fahrgestellen könne derzeit kein Unternehmer abschätzen, ob ein heute angenommener Auftrag zur Auslieferung kostendeckend produziert werden könne, so der ZKF weiter. Die Mehrbelastungen seien „größer als während der Corona-Krise“.

Aufbauhersteller erhalten oft keine Überbrückungshilfe

Man beobachte, dass seit etwa einem Jahr die Automobilindustrie vorzugsweise Fahrzeuge mit großen Margen produziere, beschreibt der Verband die Ausgangslage der derzeitigen Schwierigkeiten. Die restliche Produktion werde weitestgehend heruntergefahren und das Instrument der Kurzarbeit genutzt. Den Aufbauherstellern werde von der Lkw-Industrie mitgeteilt: „Das liege daran, dass nicht genügend Ersatzteile wie Kabelbäume lieferbar seien, die bis vor dem Krieg noch in der Ukraine gefertigt wurden.“ Der ZKF will aber aus „vertrauenswürdigen Quellen“ wissen, dass beispielsweise die vorhandenen Kabelbäume vorzugsweise an Produktionswerke im Ausland geliefert werden, weil es nur in Deutschland die Möglichkeit der Kurzarbeit gibt.

Die „offiziellen Begründungen der Lieferkettenunterbrechung“ würde aber nun dazu führen, dass Aufbauhersteller keine Überbrückungshilfe erhalten, denn diese sind an die Bedingung geknüpft, dass der Umsatzausfall coronabedingt sein müsse. Man lasse hier „den Mittelstand am ausgestreckten Arm verhungern“, kritisierte der Verband. Man sehe die große Gefahr, dass durch die derzeitige Situation handwerklich geprägte Unternehmen des herstellenden Karosserie- und Fahrzeugbaus in Deutschland „diese Krise nicht überstehen werden, steuerzahlende Unternehmen aufgeben müssen und hochqualifizierte Arbeitsplätze verloren gehen“. Die Wertschöpfung der derzeit noch in Deutschland produzierten Aufbauten würde als Konsequenz in europäische Nachbarländer verlagert werden, so der Branchenverband.

Forderungen an die Bundesregierung

Der ZKF fordert daher von der Bundesregierung: Die Überbrückungshilfe dürfe nicht länger nur auf coronabedingte Ausfälle beschränkt sein, sondern auf die Lieferketten-Problematik ausgeweitet werden. Außerdem müsse bei der Prüfung bereits ausgezahlter Hilfen „diesbezüglich kulant entschieden werden“. Das Risiko nicht kalkulierbarer Preissteigerungen bei Energie, Material und Löhnen dürfe nicht auf den Mittelstand abgewälzt werden. Bei öffentlichen Ausschreibungen müssten daher auch bei Lieferaufträgen Preisgleitklauseln eingeführt werden. Die Zugangserleichterungen für das Kurzarbeitergeld müssten über den 31. Dezember 2022 hinaus gelten. Der letzte Punkt ist bereits erfüllt, nachdem der Bundesrat wie von der VerkehrsRundschau berichtet, am Freitag, 7. Oktober, einer entsprechenden Regelung zugestimmt hat. (tb)

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