Hupac, Kombinierter Verkehr

Das Verkehrsvolumen von Hupac wurde 2020 aufgrund der Coronapandemie etwas ausgebremst - 2021 will der Operateur wieder wachsen und schwarze Zahlen erwirtschaften

©Hupac

Hupac will 2021 wieder wachsen

Nachdem die Hupac-Gruppe im Corona-Jahr 2020 ein Verkehrsvolumen knapp unter Vorjahresniveau verzeichnete, stehen die Zeichen im laufenden Jahr wieder auf Wachstum. Seine Bilanzpressekonferenz nahm der Operateur auch zum Anlass, die Schaffung von mehr Kapazitäten auf dem gesamten Nord-Süd-Korridor zu fordern.

Chiasso. Im vergangenen Jahr hat die Hupac-Gruppe 1.014.686 Straßensendungen beziehungsweise 1.913.000 TEUs auf der Schiene befördert. Wie der Operateur am 18. Mai auf seiner Bilanzpressekonferenz mitteilte, entspreche das einem geringfügigen Rückgang von 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Maßgebliche Einflussfaktoren waren demnach der Einbruch des Maritim-Verkehrs aus Übersee und der Wirtschaftslockdown in Europa als direkte Folge der Covid-19-Pandemie im ersten Halbjahr. In der zweiten Jahreshälfte erholte sich die Verkehrsnachfrage, so dass per Jahresende das Niveau des Vorjahres erreicht wurde. Der Jahresumsatz der Hupac-Gruppe erreichte mit 597 Millionen Schweizer Franken (CHF) einen Wert, der 2,3 Prozent unter Vorjahr lag. Die Aufrechterhaltung des Netzwerks trotz der pandemiebedingten Volumeneinbrüche führte zu einem negativen Geschäftsergebnis von 2,5 Millionen CHF. Für das laufende Jahr erwartet Hupac ein Verkehrswachstum im einstelligen Prozentbereich und ein positives Geschäftsergebnis.

Ausreichend Kapazitäten auf dem gesamten Nord-Süd-Korridor gefordert

Für die kommenden Jahre rechnet Hupac mit einem weiteren signifikanten Wachstum des Kombinierten Verkehrs. Denn neben der aktiven Verlagerungspolitik der Schweiz setze nun auch der Europäische Green Deal ehrgeizige Ziele. Die Chancen für mehr Verlagerung auf einen noch umweltfreundlicheren Kombinierten Verkehr stünden so gut wie nie, so Hupac. Doch für die erwarteten Verkehrsvolumen müssten ausreichend Kapazitäten auf dem gesamten Nord-Süd-Korridor geschaffen werden, sagt Hans-Jörg Bertschi. „Dies erfordert korridorweites Denken und Handeln, initiiert insbesondere von der Schweiz, damit die NEAT die Erwartungen erfüllt und auch in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts weitere Verlagerungen von der Straße auf die Schiene umsetzen kann.“ 

Dringend erforderlich sei dem Operateur zufolge eine Kapazitätserhöhung im Rheintal südlich von Mannheim. Hupac unterstütze das Konzept einer durchgehenden Doppelspur und Elektrifizierung der Strecke Wörth-Lauterbourg-Strasbourg deutlich vor 2030, dies als linksrheinische Kapazitätssteigerung und Bypass zur Strecke Mannheim-Basel via Rastatt. Der rechtsrheinische Vierspurausbau wird erst nach 2040 abgeschlossen sein – das sei zu spät für die Verlagerung. Auch bei der Erhöhung der Zuglängen bestehe dringender Handlungsbedarf. Sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden steht ein Upgrade der Bahninfrastrukturen auf Standard-Zuglängen von 740 Meter noch aus. (mh)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special RAILCARGO & KV.

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Railcargo & KV, Schweiz


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