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Logistikimmobilien sind gefragt - die Flächen aber bleiben rar

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CBRE: Mieten für Logistikimmobilien steigen weiter

Im ersten Quartal 2021 erreichte der deutsche Industrie- und Logistikimmobilienmarkt laut CBRE mit einem Flächenumsatz von 1,6 Millionen Quadratmetern einen neuen Bestwert – gleichzeitig steigen die Mieten gerade an den begehrtesten Standorten weiter an.

Frankfurt am Main. Der deutsche Industrie- und Logistikimmobilienmarkt hat mit einem Flächenumsatz von 1,6 Millionen Quadratmetern – ein Anstieg um 13 Prozent im Vergleich mit dem Vorjahresquartal – ein Auftaktquartal mit dem größten Flächenumsatz seit Beginn der Aufzeichnungen hingelegt. Dies meldet das Immobiliendienstleistungs- und Investment-Unternehmen CBRE.

„Wir haben ein äußerst dynamisches Auftaktquartal am Industrie- und Logistikimmobilienmarkt gesehen. Dazu trugen auch einige Großdeals bei“, sagt Rainer Koepke, Head of Industrial & Logistics bei CBRE in Deutschland. So mietete der Logistikdienstleister BLG in Bremen eine Fläche von 93.000 Quadratmetern – der größte Abschluss im ersten Quartal. Mit 90.000 Quadratmetern auf Platz zwei landete eine Eigennutzung der Supermarktkette Tegut im hessischen Hünfeld.

Alleine die Top-5-Märkte Berlin, Düsseldorf, Frankfurt/Rhein-Main, Hamburg und München legten CBRE zufolge im ersten Quartal beim Flächenumsatz um 36 Prozent auf fast 490.000 Quadratmeter zu. Als Boom-Regionen stachen hier vor allem Berlin (plus 89 Prozent) und Düsseldorf (plus 101 Prozent) heraus. Die übrigen Märkte generierten einen Flächenumsatz von 1,14 Millionen Quadratmetern (plus fünf Prozent). Außerhalb der Top-Märkte und der etablierten Logistikregionen sei der Flächenumsatz hingegen um elf Prozent auf knapp 400.000 Quadratmeter zurückgegangen, so CBRE.

Expansion der Onlinehändler treibt Nachfrage an

Wesentliche Treiber der hohen Nachfrage nach Logistik sei neben dem wiedererstarkten Produktionssektor vor allem der weiter boomende Onlinehandel, heißt es in der Quartalsanalyse weiter. „Das zeigt auch unsere jüngste Befragung unter Europas Logistiknutzer, die in Deutschland weiter expandieren wollen“, sagt Dr. Jan Linsin, Head of Research bei CBRE in Deutschland. Um noch näher am Endverbraucher zu sein, komme der Citylogistik eine immer größere Bedeutung zu. „Knapp zwei Drittel der von uns befragten Onlinehändler gaben an, dass die Expansion an urbanen Standorten jetzt eine hohe Priorität hat“, so Linsin.

Durchschnittliche Spitzenmieten jetzt bei 6,43 Euro pro Quadratmeter

Die anhaltende Nachfrage und der zeitgleiche Flächenmangel gerade an den begehrtesten Standorten ließen laut CBRE denn auch die Mieten ansteigen. Seit dem ersten Quartal 2020 ist die Spitzenmiete für Logistikflächen demnach um 2,2 Prozent auf 6,43 Euro pro Quadratmeter pro Monat angestiegen. „Was nach einem geringen Anstieg aussehen mag, ist immerhin ein doppelt so starker Anstieg als in den Vorjahren. Und gerade im kleinmargigen Logistikgeschäft handelt es sich dabei um eine relevante Größenordnung“, erklärt Armin Herrenschneider, Co-Head of Industrial & Logistics bei CBRE.

Flächenmangel rückt Brownfields in den Fokus

Auch für den weiteren Jahresverlauf rechnen die Immobilienexperten mit einem regen Marktgeschehen: Für das zweite Quartal sei am deutschen Industrie- und Logistikimmobilienmarkt ein Flächenumsatz von bis zu zwei Millionen Quadratmetern zu erwarten. „Zudem dürfte sich der Flächenumsatz zukünftig stärker in bisher eher untypische Regionen verlagern“, sagt Koepke, denn die Verfügbarkeit großer, preisgünstiger und für Logistik geeigneter Grundstücke lasse immer mehr Akteure nach Alternativen suchen. „Bei E-Commerce-Nutzungen müssen die Unternehmen jedoch nicht nur auf Lage, Anbindung, Flächenverfügbarkeit und Preisniveau achten, sondern auch auf die reichliche Personalverfügbarkeit in der Region“, gibt Koepke zu bedenken. Der Flächenmangel sei vorherrschendes Thema der Branche. Während neue Industrie- und Gewerbegebiete nur schleppend neu ausgewiesen würden und mit wirksamem Bebauungsplan schon weitgehend an wartende Nutzer vergeben seien, rückten Brownfields immer mehr in den Fokus der Entwickler, um darauf nutzerspezifische oder spekulative Projekte zu errichten. (mh)

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