Die Karten in der Transport- und Logistikbranche werden neu gemischt. Jeder Auftraggeber nutzt derzeit die Gunst der Stunde, um auf die Schnelle bessere Konditionen auszuhandeln, die er in Boomzeiten nie erhalten hätte.
Für viele Transport- und Speditionsdienstleister birgt das große Risiken. Vertraglich zugesicherte Umsätze, mit denen ein Unternehmer in diesem Jahr fest geplant hat, können ganz schnell kippen und an den Wettbewerber verloren gehen. Nicht gerechnet die vielen Arbeitsstunden, die es für ein seriöses Preisangebot braucht, das nicht nur die innerbetrieblichen Kosten deckt, sondern vor allem marktfähig ist.
Trotzdem: Jede Ausschreibung eröffnet neue Chancen, auch wenn dies abgeschmackt klingt. Sicher ist es bitter, wenn der eigene Bestandskunde den Vertrag vorzeitig bricht und neu ausschreibt. Ernst nehmen muss der Dienstleister die Ausschreibung dennoch – und Punkt für Punkt gemäß den Wünschen des Verladers abarbeiten. Zu denken, der Kunde kenne einen, bringt nichts. Die Zeiten langjähriger Geschäftsbeziehungen sind einfach vorbei.
Heute zählt Leistung. Jedes Unternehmen – sowohl Dienstleister als auch Verlader – muss jeden Tag aufs Neue beweisen, dass es Leistung bringt. Und dazu gehört es für Transport- und Speditionsbetriebe auch, Ausschreibungen professionell zu beantworten. Denn auch Kartenspielen ist nicht nur reine Glückssache.
Eva Hassa, Redakteurin