Europäischer Gerichtshof, EuGH

Der EuGH hat über bezahlten Jahresurlaub nach einer rechtswidrigen Kündigung entschieden

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Urteil: Recht auf bezahlten Jahresurlaub nach rechtswidriger Kündigung

Dieses Rechte gelte für den Urlaubsanspruch im Zeitraum zwischen der rechtswidrigen Entlassung und der Wiedereinstellung, sagt der Europäische Gerichtshof.

Brüssel. Nach einer unrechtmäßigen Kündigung haben Arbeitnehmer gemäß einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs weiterhin Anspruch auf bezahlten Jahresurlaub. Das gelte für den Urlaubsanspruch im Zeitraum zwischen der rechtswidrigen Entlassung und der Wiedereinstellung, urteilten die Richter am Donnerstag in Luxemburg. Bei Beendigung seines Arbeitsverhältnisses habe der betroffene Arbeitnehmer zudem ein Recht auf eine Vergütung als Ersatz für nicht genommenen bezahlten Jahresurlaub.

Hintergrund waren die Klagen zweier Angestellter aus Bulgarien und Italien. Eine Lehrerin und eine Bankangestellte wurden von ihren Arbeitgebern rechtswidrig entlassen. Sie klagten vor nationalen Gerichten unter anderem auf Zahlung einer Vergütung für bezahlten Jahresurlaub, den sie aufgrund der Entlassung nicht nehmen konnten.

Der Zeitraum zwischen einer unrechtmäßigen Kündigung und der Wiederaufnahme der Beschäftigung sei in Bezug auf Urlaubsansprüche einem tatsächlichen Arbeitszeitraum gleichzusetzen, begründete der EuGH seine Entscheidung. Sollte es nach der Wiedereinstellung erneut zu einer Entlassung kommen, müsse der Arbeitgeber den nicht genommenen Jahresurlaub vergüten, fügten die Richter an. (dpa/ag)

Urteil vom 25. Juni 2020
Rechtssache: C-762/18 QH und C-37/19 CV

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