DPD hat seinen Standort in Hückelhoven im Kreis Heinsberg mit 400 Mitarbeitern wegen eines Corona-Ausbruchs vorübergehend geschlossen

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Ursache für Corona-Ausbruch an DPD-Standort weiter unklar

Nach dem Corona-Ausbruch in einem Heinsberger DPD-Depot bleibt offen: Wie konnten sich dort so viele Beschäftigte infizieren? Das Gesundheitsamt arbeitet unterdessen mit Hochdruck an der Verfolgung der Kontaktpersonen.

Hückelhoven. Nach dem Corona-Ausbruch in einem Depot des Paketzustellers DPD im Kreis Heinsberg ist weiter unklar, wie es zu den zahlreichen Infektionen in dem Betrieb kommen konnte. 82 der insgesamt 400 Mitarbeiter am Standort Hückelhoven wurden positiv auf das Virus getestet, wie der Kreis am Montag mitteilte.

Das Unternehmen will herausfinden, wie sich trotz Schutzmaßnahmen so viele Mitarbeiter infizieren konnten. „Die spannende Frage ist, nachzuvollziehen, wie sich das verbreitet hat“, sagte ein Unternehmenssprecher. Wenig Hoffnung auf eine Antwort machte der Kreis Heinsberg: Letztlich hänge es am Einzelnen, sich an die Regeln wie Abstand oder Maskenpflicht zu halten, sagte ein Sprecher. Das könne kein Arbeitgeber und kein Gesundheitsamt vollständig kontrollieren.

Höhere Schutzmaßnahmen sollen kommen

Man werde an allen Standorten in Deutschland die Schutzmaßnahmen vor dem Coronavirus erhöhen, kündigte der DPD-Sprecher an. So sollten etwa häufig benutzte Handscanner für Pakete noch öfter desinfiziert werden. Bereits vor dem Ausbruch galten in allen DPD-Standorten Abstandsregeln und Maskenpflicht. Der vorübergehend geschlossene Standort soll gereinigt und desinfiziert werden. „Wir haben sehr viel getan, um das zu verhindern, was in Hückelhoven passiert ist“, sagte der DPD-Sprecher. „Es verspricht aber natürlich keine absolute Sicherheit.“

„Es hat uns erwischt, aber es hat uns nicht so erwischt, dass wir dramatische Verhältnisse haben“, sagte der Heinsberger Landrat Stephan Pusch (CDU) in einer Videobotschaft am Montag. Der Kreis liege mit rund 24 Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner immer noch weit unter der 50er-Marke, ab der regional wieder härtere Maßnahmen ergriffen werden müssen.

Paketempfänger gelten nicht als Kontaktpersonen

Der Kreis mobilisierte zusätzliche Mitarbeiter, um möglichst schnell die Kontakte der Infizierten nachzuverfolgen. Der Paketzusteller hatte den Betrieb in Hückelhoven Ende vergangener Woche ausgesetzt und alle 400 Mitarbeiter in zweiwöchige Quarantäne geschickt. Das gelte auch für deren enge Kontaktpersonen, erklärte Landrat Pusch - und gab Entwarnung: „Zu den Kontaktpersonen zählen nicht die, die von DPD ein Paket erhalten haben.“

Alle gut 80 positiv Getesteten seien in häuslicher Quarantäne und hätten glücklicherweise bislang milde Verläufe von Covid-19, sagte der Kreissprecher. 55 davon leben im Kreis Heinsberg. Auch 13 Mitarbeiter, die bei DPD in einer Sammelunterkunft leben, wurden in Quarantäne geschickt. Inwieweit sie zu den Infizierten zählen, konnte der Kreis zunächst nicht beantworten. (dpa/sn)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special KEP – KURIER-, EXPRESS-, PAKETDIENSTE.

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KEP – Kurier-, Express-, Paketdienste, Logistikregion Nordrhein-Westfalen, Corona Epidemien & Seuchen – Transport und Logistik, DPD Group

  • 20.05.2020

    Helmut Kaltenpoth

    LKW-Fahrer werden nicht kontrolliert, fahren quer durch Europa, auch die Paketfahrer von UPS,GLS, DPD usw.. LKW-Fahrer kriegen kein Corona.

  • 19.05.2020

    JÖRG LOHMANN

    Es liegt nahe, hier zu prüfen, ob es ggf. die selben Gründe wie in Österreich sind, wo bereits 2 PZ der Österreichischen Post betroffen sind. Eins wird derzeit vom Österreichischen Militär betrieben.


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