Columbus/USA. Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel sieht durch die geplante Öffnung des Briefmarkts in Deutschland viele Tausend Stellen bei der Deutschen Post in Gefahr. Wenn nach dem Auslaufen des Briefmonopols Ende 2007 rund 20 Prozent des Briefaufkommens an die Konkurrenz fielen, dann würde dies das Aus für rund 32.000 Stellen bei der Post bedeuten, sagte Zumwinkel der dpa auf einer USA-Reise in Columbus (Ohio). „Das muss man wissen, wenn man Liberalisierung will.“ Hier sei auch die Politik gefordert. Zugleich betonte Zumwinkel, er gehe davon aus, dass es auch weiterhin bei den derzeit rund 12.000 Filialen und Postagenturen sowie rund 100.000 Briefkästen bleiben werde. „Details dazu müssen aber in neuen gesetzlichen Regelungen festgelegt werden.“ Der Briefmarkt, den die Post noch mit einem Anteil von rund 92 Prozent beherrscht, wachse insgesamt nicht mehr, sondern nehme seit einigen Jahren durch die neuen elektronischen Formen der Kommunikation jährlich um rund drei Prozent ab, sagte Zumwinkel der dpa. „Das sind bei uns schon jedes Jahr 5000 Stellen.“ Dies habe bislang durch eine so genannte natürliche Fluktuation, wie etwa vorzeitiger Ruhestand, beim Personal aufgefangen werden können. Eine zusätzliche und größere Gefahr gebe es durch die Liberalisierung, betonte Zumwinkel. Deren Ziel sei es, der Post Mengen wegzunehmen und sie der Konkurrenz zu geben. „Wenn es 10 Prozent weniger Menge gibt, dann sind dies bei insgesamt jetzt 160.000 Arbeitsplätzen im nationalen Briefdienst rund 16.000 Stellen, die überflüssig würden. Da die Konkurrenz nach eigenen Angaben anstrebe, der Post etwa 20 Prozent Marktanteil abzunehmen, wären davon rein rechnerisch rund 32.000 Stellen bei der Post betroffen. (dpa)
Zumwinkel warnt vor Folgen der Briefmarktöffnung
Postchef erhöht Druck auf Politik: Monopol-Ende gefährde rund 32.000 Stellen bei Deutscher Post