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Wilhelmshaven zentral für Wasserstoffimport

Was hat der einzige deutsche Tiefseehafen in Wilhelmshaven mit der Energiewende zu tun?
© Foto: ZB/euroluftbild/picture-alliance

Große Energietanker bringen Wasserstoff, doch sie benötigen Tiefwasserhäfen, um anzulanden. Nicht nur in dieser Frage kommt Wilhelmshaven ins Spiel. Ziel ist ein "Energiecluster" für Deutschland.


Datum:
28.04.2022
Autor:
Janis Leonhardt/Stefanie Schuhmacher/dpa
Lesezeit:
2 min
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Die Region um Wilhelmshaven mit Deutschlands einzigem Tiefwasserhafen Jade-Weser-Port hat einer Studie zufolge großes Potenzial für die Energiewende und den Aufbau einer Wertschöpfungskette für Wasserstoff. Die Untersuchung der bundeseigenen Deutschen Energie-Agentur (Dena) und der Frauenhofer-Gesellschaft wurde am Mittwoch in Berlin vorgestellt. Sie beschreibt, wie die vorhandene Infrastruktur für erneuerbare Energien und eine Wasserstoffwirtschaft umgebaut werden könnte und welches Potenzial dafür zwischen Unternehmensprojekten rund um Wilhelmshaven besteht. Ziel sei die Entwicklung eines "Energieclusters", das die Energiewende in Deutschland voranbringe, heißt es in dem Papier.

Die Untersuchung, die auch als Basis für ein Standortkonzept dienen soll, wurde von der Initiative Energy-Hub Port of Wilhelmshaven initiiert, einem Zusammenschluss von 15 Unternehmen in der Region und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Wilhelmshaven mbH. Die Initiative will den Aufbau für eine Wasserstoffinfrastruktur vom Import, der Erzeugung, der Speicherung, dem Transport bis zum Verbrauch in der Region vorantreiben.

Wasserstoffimport Offshore-Strom

Eine bedeutende Rolle schreibt die Studie dem Tiefwasserhafen zu. Dieser sei der einzige in Deutschland, an dem große Energietanker anlanden könnten. Bereits in wenigen Jahren könne Wasserstoff in Form von Ammoniak und synthetischem Methan über den Seeweg und den Hafen importiert werden. Zudem sei vor Ort bis Ende dieses Jahrzehnts die Produktion von Wasserstoff mittels Elektrolyse von insgesamt 1,1 Gigawatt geplant. "Insgesamt könnten so schon im Jahr 2030 über 50 Prozent des deutschen Wasserstoffbedarfs durch die Importe und Eigenerzeugung im Energy Hub gedeckt werden", heißt es in der Studie.

Neben den Importmöglichkeiten spricht laut der Analyse auch die Verfügbarkeit von erneuerbaren Energien, etwa durch Offshore-Strom der in der Region anlandet, und das geplante Unterwasserstromkabel von Wilhelmshaven zum Stromnetz nach Großbritannien für den Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur. Für die Speicherung und den Transport von Wasserstoff kämen die bestehenden Kavernenspeicher für Öl und Gas im benachbarten ostfriesischen Etzel sowie die bestehende Pipeline-Infrastruktur in Betracht.

Neben den in der Studie vorgeschlagenen Projekten steht Wilhelmshaven auch als Anlandungsort für Flüssigerdgas zur Debatte. (dpa/jl/ste)

 

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