Weltverkehrsforum in Leipzig: Transport in der Krise - Klimaschutz gefordert

26.05.2009 17:32 Uhr
Jack Short
Jack Short, Generalsekretär des Weltverkehrsforums
© Foto: International Transport Forum

Rund 700 Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik suchen seit Dienstag beim Weltverkehrsforum 2009 in Leipzig nach Wegen aus der Krise

Leipzig. Die globale Transportbranche im Tief: Rund 700 Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik suchen seit Dienstag beim Weltverkehrsforum 2009 in Leipzig nach Wegen aus der Krise. Der Generalsekretär des Weltverkehrsforums, Jack Short, sieht schwere Zeiten auf die Verkehrsbranche zukommen. „Der Transportsektor ist von der Krise stärker betroffen, als andere Branchen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Auswirkungen auf Verkehr, Transport und Logistik seien schwerwiegend. Bereits jetzt haben laut Short allein im Straßentransport 140.000 Menschen weltweit ihre Arbeit verloren. „Niemand hat je einen solchen Einbruch erlebt, wie jetzt.“ Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) erhofft sich von dem Treffen Impulse. Er appellierte laut einem Bericht der „Leipziger Volkszeitung“ an die internationale Staatengemeinschaft, konsequenter als bisher die Wirtschaftskrise zu bekämpfen. Dafür müssten die einzelnen Nationalstaaten Wege finden, wie sie in internationalen Organisationen nationales Handeln besser verzahnen könnten. Kritik von Greenpeace Die Umweltschutzorganisation Greenpeace äußerte dagegen Kritik. Das Weltverkehrsforum werde eines dieser Treffen sein, bei denen das Gruppenfoto das Wichtigste sei. „Wir erhoffen uns von dem Treffen nichts“, sagte Klimaexperte Wolfgang Lohbeck der Zeitung. Er forderte die Teilnehmer des Forums dazu auf, über den Ausbau des Nahverkehrs, strengere Verbrauchsregeln für Fahrzeuge und den Einsatz von natürlichen Kühlmitteln in Klimaanlagen von Autos zu sprechen. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) forderte verbindliche Grenzwerte für Luftschadstoffe, weltweit gültige Ziele zur CO2-Reduktion im Verkehr sowie die Einbeziehung des Flug- und Schiffsverkehrs in den Handel mit Verschmutzungsrechten. Generalsekretär Short hatte im dpa-Gespräch eingeräumt, wenn jetzt aktuell die Prioritäten auf der Rettung von Jobs lägen, drohten Umweltschutzziele vorübergehend in den Hintergrund zu geraten. Es gebe aber nach wie vor eine große Menge von Bemühungen für den Umweltschutz. Das sei weiterhin ein Thema, „es ist im Bewusstsein.“ Das Weltverkehrsforum unter dem Dach der Industrieländervereinigung OECD ist eine Weiterentwicklung der europäischen Verkehrsministerkonferenz. Seit 2008 wird es einmal jährlich in Leipzig veranstaltet. Während des Forums kommen auch Verkehrsminister aus den 52 OECD-Mitgliedsländern zu einer Sitzung zusammen. Das Forum steht in diesem Jahr unter türkischer Präsidentschaft. Es dauert noch bis zum Freitag. (dpa/pi)

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