Rostock. Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) hat sich für den Erhalt beider Wadan-Standorte in Wismar und Warnemünde eingesetzt. „Nur im Erhalt beider Standorte sehe ich eine Chance für die Zukunft von Wadan“, sagte Methling am Dienstag. „Deshalb wende ich mich bei der Frage der Perspektive für das Unternehmen auch strikt gegen eine mögliche Entsolidarisierung der Standorte.“ Es gehe nicht nur um Arbeitsplätze auf den Werften, sondern auch bei Zulieferern im ganzen Land und darüber hinaus. „Wir dürfen die weitere Entindustrialisierung des Landes nicht zulassen.“ Attraktive Industriearbeitsplätze seien wichtige Zukunftsargumente. Neben der Werften-Krise ist die wirtschaftliche Lage der Stadt derzeit auch noch vom geplanten Standortwechsel der Fährreederei Scandlines von Rostock nach Puttgarden auf Fehmarn beeinträchtigt. „Wir fordern die Einhaltung der Scandlines-Verträge durch die Eigentümer und sehen dafür die Verantwortung in erster Linie bei der Deutschen Bahn AG als Bundesunternehmen und dem Ost-Beauftragten Wolfgang Tiefensee (SPD)“, sagte Methling. Vor zwei Jahren hatten die Deutsche Bahn und das dänische Verkehrsministerium die Reederei für 1,5 Milliarden Euro an drei private Gesellschafter verkauft. Dabei wurden umfangreiche Garantien vereinbart. Methling pochte auf die Standort- und Arbeitsplatzgarantie sowie für die Plicht, bei strategische Entscheidungen wie dem Standortwechsel die Zustimmung der früheren Eigentümer einzuholen. Dabei seien die Möglichkeiten der Kommune, die Entscheidungen von Wadan oder Scandlines direkt zu beeinflussen nur begrenzt. „Wir können und müssen die Positionen der Stadt deutlich artikulieren und die Forderungen der Mitarbeiter aufnehmen“, sagte Methling. Es müsse klar gemacht werden, dass diese Krisen nicht auf den Standort Rostock und Mecklenburg-Vorpommern zurückgehen, sondern in den Unternehmen zu suchen sind. „Diese Region lebt seit Jahrhunderten auch vom Schiffbau. Diese Traditionen stehen auf dem Spiel“, betonte der Oberbürgermeister. Im Falle eines Scheiterns von Wadan wäre mit Sicherheit sinkende Kaufkraft in Rostock das letzte Problem in einer Kette zahlreicher Sorgen. „Die Auswirkungen auf klein- und mittelständische Betriebe als Zulieferer und Dienstleister der Werften wären verheerend.“ Wadan beschäftigt in Warnemünde und Wismar rund 2400 Mitarbeiter. Bei Scandlines sollen von insgesamt 2400 Stellen 200 in Dänemark und 200 an den verschiedenen Standorten in Deutschland abgebaut werden. Von der Verlagerung nach Puttgarden sollen nach Unternehmensangaben 60 bis 70 Mitarbeiter in Rostock betroffen sein. (dpa)
Wadan-Standorte sollen erhalten werden
Rostocks Oberbürgermeister Methling will sich für Erhalt der Reederei-Standorte einsetzen