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Volkswagen macht Übernahmeangebot für MAN

Ein fester Einbau von MAN in den VW-Konzern gilt seit langem als Ziel von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch
© Foto: imago/Sven Simon

VW will aus Scania und MAN einen neuen Nutzfahrzeugriesen machen / Das Ziel ist die engere Kooperation von VW, Scania und MAN in Einkauf, Entwicklung und Produktion


Datum:
09.05.2011
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Wolfsburg/München. Volkswagen will aus seiner LKW-Tochter Scania und MAN einen neuen Nutzfahrzeugriesen schmieden. Um die schon länger geplante Zusammenarbeit der Unternehmen ausbauen zu können, hat der Wolfsburger Konzern seinen Anteil an dem Münchner Lastwagenbauer MAN auf etwas über 30 Prozent der Stammaktien erhöht und macht den übrigen Aktionären nun ein Pflichtangebot. Wie VW am Montag in Wolfsburg mitteilte, sollen für den Dax-Konzern voraussichtlich 95 Euro je Aktie geboten werden.

Ziel sei eine engere Kooperation aller beteiligten Unternehmen in Einkauf, Entwicklung und Produktion. Außerdem sei dies ein Schritt „auf dem Weg zum integrierten Nutzfahrzeugkonzern aus MAN, Scania und Volkswagen".

Ein fester Einbau von MAN in den drittgrößten Automobilkonzern der Welt gilt seit langem als Ziel von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch. „Allerdings stellen die bislang bestehenden kartellrechtlichen Beschränkungen hohe Hürden dar", teilte Volkswagen mit. Daher müsse zunächst der Anteil an MAN erhöht werden. Beim schwedischen Lastwagenbauer Scania halten die Wolfsburger bereits die Mehrheit.

VW hielt an MAN bisher 29,9 Prozent der Anteile, inzwischen sind 30,47 Prozent der Stammaktien im Besitz der Wolfsburger. Das Überschreiten der 30-Prozent-Schwelle erfordere es, den übrigen MAN-Aktionären ein Angebot zu unterbreiten, erklärte Europas größter Autobauer. Sofern die Aufsichtsbehörden zustimmen, soll die Offerte „voraussichtlich spätestens Ende Mai veröffentlicht werden".

Hintergründe

Volkswagen: Als drittgrößter Autobauer der Welt mit mehr als sieben Millionen verkauften Fahrzeugen pro Jahr hat sich Volkswagen schon lange den Ausbau seiner Nutzfahrzeugsparte vorgenommen. Neben der Kernmarke VW umfasst der DAX-Konzern im PKW-Geschäft die Marken Audi, Seat, Skoda, Bentley, Bugatti und Lamborghini. Porsche soll bald hinzukommen. Im Nutzfahrzeugmarkt ist die eigene Marke VW vor allem bei Transportern und Pick-ups stark. Eine engere Zusammenarbeit von MAN und Scania unter dem Dach von VW soll Vorteile bei Einkauf, Entwicklung und Produktion bringen. Ende 2010 hatte der VW-Konzern weltweit fast 400.000 Beschäftigte. Der Umsatz betrug knapp 127 Milliarden Euro, der Gewinn nach Steuern kletterte auf den Rekordwert von rund 7,2 Milliarden Euro.

MAN: Hinter dem Branchenprimus Daimler ist MAN der größte deutsche Lastwagenbauer. Doch nicht allein mit schweren Lastwagen machen die Münchner Geld. Der Konzern mit einem Umsatz von 14,7 Milliarden Euro 2010 ist auch ein wichtiger Maschinenbauer, fertigt Dieselmotoren etwa für Schiffe und Getriebe für den Einsatz auf See oder in Panzern. Unter dem Strich verdiente MAN im vergangenen Jahr rund 722 Millionen Euro. Weltweit beschäftigt der DAX-Konzern mehr als 47.700 Menschen. Die wechselvolle Geschichte von MAN nahm 1758 mit der Eisenhütte St. Antony in Oberhausen ihren Anfang. Eine Grundlage für den Erfolg legte 1897 Rudolf Diesel, der für einen Vorläufer des Konzerns, die Maschinenfabrik Augsburg AG, den ersten Dieselmotor baute - und Geschichte schrieb. Seit 1986 ist MAN in München daheim.

Scania: Der schwedische Hersteller Scania deckt innerhalb des VW-Konzerns das Geschäft mit schweren Lastwagen und Bussen ab. Scania mit Sitz in Södertälje bei Stockholm beschäftigt weltweit 34.000 Menschen. Das Unternehmen ist bei schweren Lastwagen einer der weltweit erfolgreichsten Anbieter. VW hält 29,3 Prozent am Kapital sowie 71,8 Prozent der Stimmrechte und ist damit Mehrheitseigner.

Als der bayrische Konkurrent MAN Ende 2006 einen Übernahmeversuch startete, wehrten sich die Skandinavier mit Erfolg. Scania verdiente im vergangenen Jahr 9,1 Milliarden Kronen (umgerechnet eine Milliarde Euro). Der Umsatz lag bei 78,2 Milliarden Kronen (8,6 Milliarden Euro). (dpa)

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