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VerkehrsRundschau-Umfrage: Wer jetzt die Preise anhebt

Die Mitglieder der Speditionskooperation Cargoline hebt die Preise abhängig von Region und Kunden an

Laderaummangel und gestiegene Palettenbeschaffungskosten lassen die Preise steigen – das zeigt eine Blitzumfrage der VerkehrsRundschau


Datum:
14.07.2010
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München. Industrie und Handel müssen sich auf höhere Transportpreise einstellen. Das zeigt eine Blitzumfrage der VerkehrsRundschau. Als Grund nennen die befragten Marktteilnehmer die zunehmende Verknappung der Frachtkapazitäten. Lesen Sie hier, welches Unternehmen nun wie agiert.

Deutsche Post DHL in Bonn

„Es gibt Marktentwicklungen, denen auch wir uns nicht verschließen können. Weder in Europa, noch in Deutschland", so ein Sprecher von Deutsche Post DHL in Bonn. „Wir beobachten seit Jahresbeginn eine zunehmende Verknappung der Frachtkapazitäten. Das hat natürlich bedeutenden Einfluss auf unser Geschäft und zwingt uns dazu, die gestiegenen Kosten im Komplett- und Teilladungen sowie Stückgut nun zeitnah an unsere Kunden weiterzugeben."

„In Deutschland setzen wir derzeit bundesweit eine signifikante Preiserhöhung durch", so der Sprecher wörtlich: Diese Maßnahme werde Deutsche Post DHL „allerdings differenzieren nach lokaler Marktsituation und Kapazitätsauslastung. Gemessen am dramatischen Preisverfall in der Krise können wir unseren Kunden damit immer noch sehr günstige Konditionen bieten, aber eben nicht mehr auf dem Niveau des vergangenen Jahres."

Emons Spedition in Köln

„Da wir uns bereits seit Monaten erheblichen Kostensteigerungen gegenüber gestellt sehen, sind wir mit entsprechend notwendigen Preissteigerungen bereits in der Umsetzungsphase", führt Herbert Putzmann aus, Sprecher der Geschäftsführung der Emons Spedition in Köln. Bei der unverzichtbaren Preiserhöhung gehe man allerdings "differenziert" vor. „Unsere Richtschnur ist die 3,9-Prozent-Marke", so der Geschäftsführer.

Putzmann begründet die Entscheidung mit dem knapp gewordenen Laderaum: „In Folge der Krise in 2009 haben viele Frachtführer und Transportunternehmer aufgegeben und das Laderaumangebot hat sich markant reduziert. Gerade in Deutschland zwingen Kostensteigerungen zu Preiserhöhungen, aber auch auf anderen europäischen Relationen sind diese einfach notwendig. Hier zwingt die Laderaumknappheit ebenfalls zu einer Reaktion. Das Bild bei den internationalen Verkehren ist allerdings uneinheitlich und wir gehen wiederum sehr differenziert vor".

Auf die Frage, ob Emons die Preiserhöhungen an seine eingesetzten Unterfrachtführer weitergeben werde, antwortete der Geschäftsführer wie folgt: „Die Kosten für Unterfrachtführer sind bereits seit drei bis vier Monaten stark ansteigend. Insofern wurden Preiserhöhungen von Unterfrachtführern bereits vorweggenommen. Was wir jetzt an Preisanpassungen durchführen müssen, ist eigentlich mehr ein „Nachziehen“ zu den bereits eingesetzten Marktveränderungen."

Speditionskooperation 24plus Systemverkehre in Hauneck:

Peter Baumann, Geschäftsführer der Speditionskooperation 24plus Systemverkehre in Hauneck, spricht sich klar für höhere Preise aus: „Unsere Kooperation empfiehlt ihren Partnern dringend, die Preise zumindest moderat anzupassen. Die Spanne wird sich in Deutschland bei zwischen drei und fünf Prozent bewegen", sagte der Geschäftsführer. Die aktuelle Preisanpassung betrifft laut Baumann Deutschland. In den europäischen Ländern wurden und werden hingegen die Preisanpassungen nach Marktlage individuell getroffen. 

Auf die Frage, ob die 24plus-Partner die gestiegenen Preise an ihre Frachtführer weitergeben, antwortete der Geschäftsführer der Kooperation: „Die eingesetzten Frachtführer unserer Partner sind der aktuelle und akute Grund für Preisanpassungen. Nachdem sich eine nachhaltige Laderaumverknappung eingestellt hat, müssen unsere Partner bereits seit Monaten teils massiv erhöhte Preise für Frachtraum bezahlen. Dieses, über Tagesschwankungen hinausgehende, hohe Preisniveau kann nicht weiter kompensiert, sondern muss zumindest 'nachhängend' in Form von Preisanpassungen an die Kunden weitergegeben werden." 

Neben dem Frachtraummangel sei deutlich ein regional unterschiedlich ausgeprägter Fahrermangel festzustellen, sagt Baumann. „Das Thema qualifizierte Fahrer werde die Branche", fürchtet der 24plus-Geschäftsführer, „noch längere Zeit beschäftigen und sorgt für zusätzlichen Preisdruck. Mit den empfohlenen Preisanpassungen sollen also zunächst und vorrangig die externe Kosten der Spediteure an den Markt weitergegeben werden." Damit aber sei „der dringende Nachholbedarf der Spediteure, betont Baumann, „der durch den Preisrutsch in Folge der Wirtschaftskrise entstanden ist, noch nicht umgesetzt."

Speditionskooperation Cargoline in Dietzenbach

„Auch die Cargoline-Partner sind derzeit dabei, die Frachtpreise anzuheben", bestätigt eine Sprecherin der mittelständischen Speditionskooperation Cargoline in Dietzenbach. Diese Anhebung variiere aber „regional und ist auch in Abhängigkeit von den Kunden zu betrachten". Deshalb könne Cargoline keinen einheitlichen Prozentsatz nennen.

Hintergrund für die Preisgespräche sei unter anderem „der stark angestiegene Preis bei der Laderaumbeschaffung, vor allem bei Teil- und Komplettpartien". Aber auch die „deutlich angezogene Konjunktur trage dazu bei, dass die Preise auf dem Frachtenmarkt spürbar steigen. „Insgesamt ist der Laderaum trotz Ferienbeginn äußerst angespannt und dürfte sich zum Herbstgeschäft weiter spürbar verschärfen", so die Sprecherin wörtlich. „Hinzu kommen Preisexplosionen an anderer Stelle, beispielsweise bei der Palettenbeschaffung."

Schenker Deutschland AG

Bedeckt zum Thema Preiserhöhungen gibt sich Marktgröße Schenker Deutschland in Kelsterbach bei Frankfurt/Main. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte allerdings auf Anfrage, dass das Unternehmen „die Preise in Deutschland und international“ anhebe. Dies erfolge, betonte er, „stets im Gespräch mit den Kunden", „individuell" und „keineswegs nach dem Gießkannenprinzip". (eh)

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