Die Bundesregierung will einem Medienbericht zufolge die geplante Übernahme des Hamburger Transport- und Logistikunternehmens Konrad Zippel durch die chinesische Staatsreederei Cosco untersagen. Als Grund werden erhebliche Sicherheitsbedenken genannt.
Nach Informationen des „Handelsblatts“ befürchtet die Bundesregierung eine wachsende Abhängigkeit von China in einem sensiblen Bereich der Transport- und Logistikinfrastruktur. Demnach wird die Gefahr gesehen, dass wirtschaftliche Verflechtungen künftig als politisches Druckmittel genutzt werden könnten.
Sicherheitsbedenken gegen Cosco-Einstieg
Das Bundeswirtschaftsministerium äußerte sich zunächst nicht zu den Berichten. Die Konrad Zippel Spediteur GmbH bestätigte auf Anfrage lediglich, die Entscheidung der Bundesregierung zur Kenntnis genommen zu haben. Der Geschäftsbetrieb laufe unverändert weiter.
Das Unternehmen verwies darauf, dass Cosco Antragsteller des Übernahmeverfahrens sei. Die Reederei selbst wollte den Bericht nicht kommentieren.
Kartellamt hatte Übernahme genehmigt
Aus wettbewerbsrechtlicher Sicht war die geplante Transaktion bereits auf grünes Licht gestoßen. Das Bundeskartellamt hatte im Februar erklärt, dass Cosco 80 Prozent der Anteile an Zippel erwerben dürfe.
Im Frühjahr wurden jedoch Bedenken der Sicherheitsbehörden bekannt. Unter anderem soll das Bundesamt für Verfassungsschutz Vorbehalte gegen die Übernahme geäußert haben. Anschließend prüfte das Bundeswirtschaftsministerium die Transaktion im Rahmen der Investitionskontrolle.
Zippel ist wichtiger Akteur im Hafenhinterlandverkehr
Das Hamburger Unternehmen Zippel organisiert Transporte per Bahn, Schiff und Lkw. Zu den Geschäftsfeldern zählen insbesondere Verkehre im Umfeld der deutschen Seehäfen Hamburg und Bremerhaven. Nach früheren Unternehmensangaben beschäftigt die Spedition rund 350 Mitarbeiter.
Für die Transport- und Logistikbranche ist die Entwicklung deshalb von besonderem Interesse. Der Hafenhinterlandverkehr gilt als zentraler Bestandteil der Versorgung von Industrie und Handel.
Debatte über chinesische Beteiligungen hält an
Cosco zählt zu den größten Containerreedereien weltweit und ist in Deutschland bereits an kritischer Infrastruktur beteiligt. Seit 2023 hält das Unternehmen knapp 25 Prozent am Hamburger Containerterminal Tollerort.
Die Beteiligung hatte damals eine breite politische Debatte ausgelöst. Kritiker warnten vor einem wachsenden Einfluss Chinas auf strategisch wichtige Infrastruktur, während Befürworter auf die Bedeutung der Handelsbeziehungen mit dem chinesischen Markt verwiesen.
Mit dem möglichen Stopp der Zippel-Übernahme würde die Bundesregierung ihren restriktiveren Kurs bei chinesischen Investitionen in sicherheitsrelevante Bereiche der deutschen Wirtschaft weiter fortsetzen.