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Nutzfahrzeugindustrie braucht mehr Unterstützung

25.06.2024 15:14 Uhr | Lesezeit: 4 min
Johannes Heger, Präsident der Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz (LVU)
Johannes Heger, Präsident der Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz (LVU)
© Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/picture alliance

In einem Positionspapier fordert die Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz, die Lade- und Tankinfrastruktur im Land deutlich zu verbessern. Auch bei Themen wie der Wasserstoffstrategie des Landes wolle die Wirtschaft intensiver eingebunden werden. 

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Die rheinland-pfälzischen Unternehmer fordern trotz positiverer Konjunkturprognosen von der Ampelregierung eine entschlossene Unterstützung für den Wirtschaftsstandort. Die hohen Energiepreise, der Fachkräftemangel, zu viel Bürokratie und der Mindestlohn belasteten die Betriebe, sagte der Präsident der Landesvereinigung Unternehmerverbände (LVU), Johannes Heger, am Dienstag, 25. Juni, in Mainz. Es gebe keine konjunkturellen, sondern strukturelle Probleme im Land. Rheinland-Pfalz sei nicht nur ein Biotechnologie-, sondern auch ein Nutzfahrzeugstandort. Dafür müsse die Politik die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. Dazu zähle auch, schnellere Genehmigungsverfahren einzurichten und die Wirtschaft mit einer aktiven Standortpolitik bei der Transformation zu entlasten, ergänzte Hauptgeschäftsführer Karsten Tacke.

Wasserstofftankstellen und Elektroladestationen

In einem Positionspapier forderte die Landesvereinigung, die Lade- und Tankinfrastruktur im Land deutlich zu verbessern. Rheinland-Pfalz sei ländlich geprägt, die Pendler müssten oft große Distanzen zurücklegen. Gerade auch für Nutzfahrzeuge müsse es ein leistungsstarkes und flächendeckendes Netz für Wasserstofftankstellen und Elektroladestationen geben. Dazu sollten die Kommunen und das Land zügig prüfen, ob sie mehr geeignete Flächen zur Verfügung stellen können. Die Unternehmer schlugen vor, eine Modellregion in Rheinland-Pfalz für alternative Antriebe und die Mobilität der Zukunft aufzulegen. Bei der Wasserstoffstrategie des Landes sollte die Wirtschaft noch intensiver eingebunden werden. 

Nicht nur auf eine Technologie setzen

Die LVU forderte von der Landesregierung auch mehr Unterstützung für die Fahrzeugindustrie mit ihren Zulieferern im Land. Etwa 211.000 Menschen seien in der Branche beschäftigt und stellten damit rund 15 Prozent aller Arbeitsplätze in Rheinland-Pfalz. Die Unternehmer machten sich dabei dafür stark, nicht nur auf eine Technologie zu setzen, um auf Sicht den Diesel als Antriebstechnik zu ersetzen. Neben der Batterietechnik und Brennstoffzelle für eher leichte Lkw und Transporter sollte für die eher größeren Maschinen auf synthetische und alternative Kraftstoffe gesetzt werden, erklärte die Landesvereinigung in ihrem Positionspapier. Mit seiner stark durch Nutzfahrzeuge geprägten Industrie habe Rheinland-Pfalz alle Potenziale, um bei der Nutzung von Wasserstoff in der Antriebstechnologie eine zentrale Rolle zu spielen. Die Landesregierung sollte deshalb auf allen Ebenen mit hoher Geschwindigkeit die Weichen in diese Richtung stellen. 

Mehr Bürokratieabbau und Digitalisierung

Der Austausch mit der Ampelregierung in Mainz sei trotz der Kritik und der mahnenden Worte grundsätzlich gut, versicherte LVU-Präsident Heger. Er gehe davon aus, dass mit dem künftigen Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer nach der Amtsübernahme von Malu Dreyer (beide SPD) diese Kontinuität des Austauschs fortgesetzt werde. CDU-Landeschef Christian Baldauf rief anlässlich des rheinland-pfälzischen Unternehmertags dazu auf, die Schuldenbremse einzuhalten. Es dürfe keine Schulden auf Kosten künftiger Generationen geben. Die Betriebe im Land benötigten stattdessen Fortschritte beim Bürokratieabbau und der Digitalisierung.

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