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Umwelthilfe und Camion Pro kritisieren hohe Stickoxid-Werte bei Lkw

Die DUH hat die Messungen auf Autobahnen in Deutschland, Frankreich, Österreich, Polen und der Slowakei durchgeführt 
© Foto: R4200 / picture-alliance

Von 545 Lkw der Abgasstufen Euro V und VI, die auf europäischen Autobahnen unterwegs waren, würde etwa die Hälfte mehr Stickoxid ausstoßen als erlaubt.


Datum:
09.11.2021
Autor:
Stephanie Noll
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München/Berlin. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der Verein Camion Pro schlagen Alarm: Rund 50 Prozent der Lkw auf europäischen Autobahnen würden mehr gesundheitsschädliche Stickoxide ausstoßen als erlaubt.

Insgesamt 545 Lkw der Abgasstufen Euro V und VI habe die DUH untersucht. Davon hätten rund die Hälfte im Realbetrieb auf der Autobahn mehr Stickoxide (NOx) ausgestoßen als gesetzlich erlaubt. Selbst wenn man weitere Toleranzen einberechne, um mögliche äußere Einflüsse definitiv auszuschließen, würden noch mehr als ein Drittel (Euro VI) bzw. fast die Hälfte (Euro V) der Fahrzeuge die Schwellenwerte überschreiten. Auffällig sei zudem, dass einige dutzend gemessene Lkw besonders dramatische Überschreitungen aufwiesen, so Camion Pro.

Die DUH und der Verein halten für diese „massenhaften deutlichen Überschreitungen“ nur zwei Ursachen für möglich: „Entweder sind die Abgasreinigungssysteme defekt oder aber die Fahrzeughalter haben illegale Abschalteinrichtungen installiert, die die Funktion der Katalysatoren drastisch verringern, indem sie die Zufuhr des erforderlichen Harnstoffes verringern bis ganz abstellen“, schreiben sie in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Mehr Kontrollen gefordert

Die DUH und Camion Pro verlangen mehr Kontrollen von der neuen Bundesregierung – nach Vorbild eines Nachbarlands: „Dänemark etwa ist da weiter als wir. Im Auftrag der Behörden wurden hier Messungen an mehreren Hundert Fahrzeugen unternommen, in Zusammenarbeit mit der Uni Heidelberg“, sagte Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH.

Die von der DUH verwendete Technik könne auch von Behörden hierzulande zur Kontrolle der Fahrzeuge verwendet werden, so Axel Friedrich, der die Messungen der DUH fachlich unterstützte. „Die Messmethode ist ausgereift und in Vergleichsmessungen […] validiert.“

Bereits im Mai 2019 hatte Camion Pro das Problem nach eigenen Angaben gegenüber dem Bundesverkehrsministerium (BMVI) geäußert – seitdem seien jedoch keine wirksamen Maßnahmen ergriffen worden, um die Situation zu verbessern.

Andreas Mossyrsch, Vorstand Camion Pro Deutschland erhebt schwere Vorwürfe gegen das dem BMVI unterstellten Bundesamt für Güterverkehr (BAG): „Meinem Verband liegen Unterlagen vor, die nahelegen, dass das BAG […] bewusst irreführende Daten veröffentlichte. Somit hat die Behörde nicht nur einen ausgewachsenen Abgasskandal verschlafen sowie wirksame Kontrollen verhindert, sondern auch kriminellen Akteuren jahrelang den Rücken freigehalten.“

545 Lkw auf fünf europäischen Autobahnen überprüft

Hintergrund zu den Messungen: Die DUH hat diese nach eigenen Angaben mit einer portablen NOx-Messapparatur auf Autobahnen in Deutschland, Frankreich, Österreich, Polen und der Slowakei durchgeführt. Mit dem sogenannten Plume Chasing Verfahren wurden demnach mit einem Messgerät in einem nachfahrenden Fahrzeug die Emissionen des voranfahrenden Fahrzeuges erfasst. Auf der Basis dieser Methode hatte die DUH bereits im Juli 2019 und im November 2020 Messergebnisse vorgestellt. Bei den aktuellen Messungen wurden insgesamt 545 Fahrzeuge der Abgasstufen Euro V und Euro VI überprüft. (sn)

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