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Umfrage zu Transportlogistik: Nachholbedarf bei der Klimabilanz

Wer seinen Fuhrpark klimaneutral aufstellen will, hat einiges zu tun. An der Verfügbarkeit entsprechender Lösungen hapert es laut BVL noch (Symbolbild)
© Foto: Frank Röder / chromorange / picture-alliance

BVL, DHL und Here wollten wissen, welche Maßnahmen die Unternehmen zur CO2-Reduzierung priorisieren und welche Rolle alternative Antriebe bei der Flottenentwicklung spielen.


Datum:
21.10.2022
Autor:
Marie Christin Wiens
Lesezeit:
3 min
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Rund 100 Unternehmen haben die Bundesvereinigung Logistik (BVL), DHL und Here Technologies befragt. Diese kamen aus den Bereichen Industrie, Handel und Logistikdienstleistung.

Demnach gaben nur rund 40 Prozent der Befragten an, dass ihr Unternehmen schon einmal eine CO2-Bilanz erstellt hat. Weitere 30 Prozent bereiten dies gerade vor, 13 Prozent wollen das Thema zukünftig angehen.

Die Untersuchung zeige, dass die Unternehmen den CO2-Ausstoß ihrer Transporte nur zu einem Teil direkt beeinflussen können, teilt der BVL weiter mit. Industrieunternehmen haben nur 26 Prozent der insgesamt befrachteten Flotte im Eigentum oder geleast. Bei den Logistikdienstleistern beträgt der Anteil 47 Prozent, im Handel liegt er mit 53 Prozent am höchsten. 

Erst ein Drittel haben Zeitpunkt für Klimaneutralität der Flotten definiert

Befragt zu ihrem Fuhrpark gaben 35 Prozent der befragten Unternehmen an, dass Sie bereits einen Zeitpunkt definiert haben, zu dem sie in ihrem Flotteneinsatz klimaneutral sein wollen. Dabei fällt auf, dass die Logistikdienstleister hier ambitionierter sind als Industrie und Handel, wie der Verband hervorhebt. Während diese beiden im Schnitt 2035 klimaneutral sein wollen, möchten das die Logistikdienstleister bis 2033 schaffen.

Wasserstoff als künftiger Antrieb priorisiert

Einig sind sich die Befragten laut der Studie, dass die Nutzung von Dieselantrieben stark zurückgehen wird. Eine Umstellung scheitert derzeit vor allem daran, dass weder alternative Antriebe noch Lade- beziehungsweise Tankpunkte in ausreichender Menge verfügbar wären, so der Verband. Von rund 70.000 E-Lade-Stationen in Deutschland seien weniger als 6000 für Lkw geeignet. Wasserstoff-Tankstellen gibt es in Deutschland rund 100 und in ganz Europa nicht einmal 250.

Nach den bevorzugten Antriebstechnologien der kommenden Jahre für ihre Lkw-Flotten befragt, konnten die Unternehmen auf einer Bewertungsskala von 1 (sehr geringe Nutzung) bis 7 (sehr intensive Nutzung) ihre Einschätzung für ihr Unternehmen abgeben. Demnach bevorzugten die meisten Unternehmen Wasserstoff mit einem Wert von 5,09, gefolgt von der Elektro-Mobilität mit einem Wert von 4,77. Dann folgt mit einem Wert von 4,4 der herkömmliche Dieselantrieb. Erst danach kommen LNG oder CNG (3,82 beziehungsweise 3,09).

„Ernüchternde“ Ergebnisse für die Nachhaltigkeit

„Bei der Befragung hat sich gezeigt, dass bezüglich der Flotten noch erhebliche Anstrengungen nötig sind, um die Klimaneutralität zu erreichen“, so Martin Schwemmer, Geschäftsführer der BVL. „Aktuell können die Unternehmen aber mangels Verfügbarkeit alternativer Antriebe noch gar nicht so schnell vorangehen, wie sie vielleicht möchten.“

Die Aussagen zu den wichtigsten Kriterien bei der Auftragsvergabe seien im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeitsdebatte aber ernüchternd. Das Ranking werde immer noch vom Kriterium „Preis“ angeführt. „Nachhaltigkeit und Emissionen werden zwar als verhältnismäßig wichtig betrachtet, liegen bei den Kriterien für eine Auftragsvergabe aber dennoch auf den letzten Plätzen“, so Schwemmer.

Weitere Ergebnisse und Informationen zur Studie erhalten daran Interessierte hier auf den Seiten des BVL in englischer Sprache.

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