Köln. Der britische Logistikdienstleister Tibet & Britten will die Aktienmehrheit der VfW AG mit Sitz in Köln erwerben. Den außenstehenden Vfw-Aktionären von insgesamt 7,2 Millionen Stückaktien wurde ein entsprechendes Übernahmeangebot gemacht, das noch bis zum 7. Oktober gilt. Aktionäre die zum Verkauf bereit sind, sollen laut Angebot 3,25 Euro pro Stückaktie erhalten. Wenn sich mindestens 55 Prozent der Aktionäre zum Verkauf entschließen, übernimmt der britische Dienstleister zusätzlich 27,5 Prozent der Anteile, die bislang vom Vfw-Vorstandsvorsitzenden Clemens Reif gehalten werden. Wie es in einer Mitteilung der Vfw heißt, wird das Angebot vom Unternehmensvorstand ausdrücklich unterstützt.
Das Unternehmen, das einen Jahresumsatz von 29 Millionen Euro macht, bietet Rücknahmesysteme unter anderem für die Pharma- und Elektroindustrie an und ist zudem in der Kontraktlogistik tätig. Vfw-Vorstandsvorsitzende Reif sieht in dem Verkauf eine Chance zu Wachstum in anderen europäischen Märkten: "Damit wird es für uns möglich, über die Grenzen Deutschlands hinaus zu expandieren und den Forderungen einer Vielzahl unserer international tätigen Kunden nachzukommen und auch unsere Präsenz in Europa anbieten zu können."
Auch nach einer möglichen Übernahme wird das Führungsmanagement in seiner jetzigen Form bestehen bleiben und Reif den Vorstandsvorsitz behalten, teilte eine Sprecherin des Unternehmens der VerkehrsRundschau mit. Die Vfw wird darüber hinaus unter dem jetzigen Namen ihr Geschäft fortführen.
Die britische Tibbet & Britten Gruppe, die 2002 einen Umsatz von 2,2 Milliarden Euro machte, ist seit 1999 auf dem deutschen Markt tätig und betreibt ein deutschlandweites Distributionsnetzwerk für Wal-Mart. (vr/diwi)